Der Urnengang werde kurz nach dem orthodoxen Osterfest am 15. April stattfinden, sagte der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, am Sonntag. Bereits tags zuvor legte der frühere Regierungschef Giorgos Papandreou den Vorsitz seiner sozialistischen Partei PASOK nieder.Frühestes Datum: 22. AprilDa Parlamentswahlen in Griechenland traditionell an einem Sonntag stattfinden, wäre das frühestmögliche Datum für die Abstimmung der 22. April. Die Übergangsregierung aus Nea Dimokratia und der sozialistischen Partei PASOK legte bisher offiziell noch keinen Termin für die Wahl fest. Die unfreiwillige Koalition beider Parteien unter der Führung von Ministerpräsident Lucas Papademos war im November geschmiedet worden, um Griechenland aus seiner desaströsen Finanz- und Wirtschaftslage herauszuführen.Bis Ende März soll das Parlament die dafür notwendigen wichtigsten Entscheidungen getroffen haben. Am Freitag verkündete die Übergangsregierung den Erfolg eines lange geplanten Schuldenschnitts durch die privaten Gläubiger Griechenlands. Die Finanzminister der Eurozone gaben daraufhin ein neues Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro teilweise frei. Ohne beide Maßnahmen hätte Griechenland am 20. März seine Zahlungsunfähigkeit erklären müssen.Am Samstag legte Papandreou wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Ministerpräsidenten den Vorsitz der PASOK nieder. Er wolle sich „anderen Kämpfen“ widmen, sagte Papandreou bei einer Parteiversammlung in Athen. Als Nachfolger im Amt des PASOK-Chefs ist vor allem Finanzminister Evangelos Venizelos im Gespräch. Die Wahl zum Parteivorsitz ist für den 18. März geplant. Laut Umfragen müssen die Sozialisten bei der Parlamentswahl mit einer herben Schlappe rechnen.Papandreou stand auf dem Höhepunkt der griechischen Finanzkrise an der Spitze der Regierung in Athen. Im November kündigte er eine Volksabstimmung über EU-Sparbeschlüsse an, zog diese aber kurzfristig wieder zurück. Dies hatte dann seinen Rücktritt als Ministerpräsident zur Folge. Seither liegt die konservative Nea Dimokratia in Umfragen zur bevorstehenden Parlamentswahl regelmäßig klar vorn. „Die in den vergangenen fünf Monaten gesteckten Ziele wurden erreicht“, gab sich Samaras am Sonntag zufrieden und zuversichtlich.Schäuble: Nutzen Stärke nicht ausDer deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wies indes in der griechischen Zeitung „To Vima“ den Vorwurf zurück, Deutschland nutze seine wirtschaftliche Stärke aus, um Griechenland und Europa zu dominieren. Die Bundesrepublik sei bereit, alles zu tun, worum sie gebeten werde, um Griechenland bei Reformen zu helfen, sagte er. Als Beispiel nannte der Minister die Entsendung deutscher Steuerexperten zur Unterstützung Griechenlands bei der Modernisierung seiner Steuerverwaltung. Deutschland wolle Griechenland keinesfalls fremdbestimmen und unterwerfen.apa/afp