Samstag, 11. Januar 2020

Partito Democratico soll neu gegründet werden

Der Chef der Sozialdemokraten (PD – Partito Democratico), Nicola Zingaretti, will seine Partei auflösen und neu gründen. Ziel sei es, eine offenere Partei aufzubauen, die auch die Anti-Populisten-Bewegung der „Sardinen“ integriere, sagte Zingaretti im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Samstagsausgabe).

Nicola Zingaretti will den Partito Democratico auflösen und neu gründen.
Nicola Zingaretti will den Partito Democratico auflösen und neu gründen. - Foto: © ANSA / ANSA/CLAUDIO PERI

Die neue Partei wolle die Bürger und nicht die Politik ansprechen. „Wir wenden uns an Bewegungen, wie jene der Sardinen sowie an ökologisch orientierte Verbände, die in den letzten Wochen in ganz Italien auf die Straßen gegangen sind“, erklärte Zingaretti.

Die Neugründung der PD-Partei solle bei einem Parteikongress nach den Regionalwahlen am 26. Jänner in den Regionen Emilia Romagna und Kalabrien erfolgen, kündigte Zingaretti an.

Die PD, der kleinere Partner in der Regierungskoalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung, engagiert sich in der Emilia Romagna für die Wiederwahl ihres Kandidaten, des amtierenden Präsidenten der Region, Stefano Bonaccini. Dieser tritt gegen die Senatorin der Lega, Lucia Borgonzoni, an.

Die Lega um Ex-Innenminister Matteo Salvini hofft in der Emilia Romagna, einer traditionellen Hochburg der Linken, auf einen Sieg.

Dies könnte laut Insidern den Weg zu vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien im Frühjahr ebnen. Dagegen wehren sich die Sozialdemokraten heftig.

Die Sozialdemokraten seien der einzige Damm gegen den Populismus, argumentierte Zingaretti. Nach der schweren Niederlage bei den Parlamentswahlen im März 2018 habe sich die Partei wieder erholt und könne laut Umfragen mit circa 20 Prozent der Stimmen rechnen.

Den Austritt von Ex-Premier und Ex-Parteichef Matteo Renzi, der die Partei „Italia viva“ (Lebendiges Italien) gegründet hat, habe die PD verkraftet. „Wir sind Italiens zweitstärkste Partei und die einzige, die dem Populismus wirklich Widerstand leisten kann“, so Zingaretti.

Vor dem Sommer sind in Italien auch Regionalwahlen in Venetien, Ligurien, Toskana, Marken, Kampanien und Apulien geplant. Die Mitte-rechts-Allianz um Salvinis Lega hofft auf einen Wahlsieg in allen Regionen. In diesem Fall würden die Chancen der zweiten Regierung Conte schwinden, bis Ende der Legislaturperiode 2023 im Sattel zu bleiben.

apa

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