„Ich habe autonom entschieden, mein Amt als Fraktionsvorsitzender von Forza Italia im Senat niederzulegen“, erklärte Gasparri am Nachmittag laut Nachrichtenagentur Ansa. Er betonte, dass jemand mit seiner Erfahrung wisse, wie man in komplexen Momenten mit Zeitpunkten und Modalitäten umgehe: „Vorwärts mit Konsequenz und Blick in die Zukunft.“<BR /><BR />Hinter der offiziellen Version der „autonomen Entscheidung“ verbirgt sich jedoch ein klares Ultimatum. Wie aus Parlamentskreisen verlautete, hatten 14 der insgesamt 20 FI-Senatoren einen Brief unterzeichnet, in dem sie einen Wechsel an der Spitze der Fraktion forderten, um die Einheit der Partei zu wahren.<BR /><BR />Besonders brisant: Unter den Unterzeichnern befinden sich mit Paolo Zangrillo und Elisabetta Casellati auch zwei amtierende Minister der Regierung Meloni. Berichten zufolge wurde Gasparri eine Frist von 48 Stunden eingeräumt, um seine „Exit-Strategie“ zu wählen.<h3> Stefania Craxi als Nachfolgerin favorisiert</h3>Am späten Nachmittag wurde eine Sitzung der FI-Senatoren einberufen, um über die Nachfolge zu beraten. Als Favoritin für das prestigeträchtige Amt des Fraktionschefs gilt Stefania Craxi. Die Tochter des verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Bettino Craxi leitet derzeit den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung im Senat.<BR /><BR />Maurizio Gasparri, ein Urgestein der italienischen Rechten, hielt sich gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA zunächst bedeckt: „Ich habe dazu nichts zu erklären“, so sein knapper Kommentar vor der offiziellen Stellungnahme.