Der Zoff zwischen Lega und Fratelli d’Italia um die Sachbereiche in der Trentiner Landesregierung ist noch immer nicht ausgestanden. Im Gegenteil: Gestern nahmen die Fratelli aus Südtirol und dem Trentino nicht an der Präsidentenwahl im Regionalrat teil. <BR /><BR />Umgekehrt ließ Landeshauptmann Maurizio Fugatti die Muskeln spielen und zog die Kür des Präsidenten ohne sie durch. Ein Antrag seiner Widersacherin Francesca Gerosa (Fratelli) auf Vertagung wurde abgelehnt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="968434_image" /></div> <BR /><BR />Wenn auch aus anderen Gründen verließ auch die Trentiner Linksopposition bei der Abstimmung den Saal. Da Südtirol mit einem anderen System seinen Landtag bestellt als das Trentino, steht hierzulande noch keine Mehrheit. Bestellt wurde deshalb eine provisorische Regionalratsspitze. Präsident Roberto Paccher und sein Vize Sepp Noggler verpflichteten sich, ihren Platz falls nötig wieder zu räumen. Das ist kein Novum: Auch 2018 wurde Thomas Widmann zum Vizepräsidenten gewählt, der dann Gesundheitslandesrat wurde.<h3> „Beschämendes Chaos“</h3>Trotzdem biss sich die Trentiner Opposition an der Geschäftsordnung fest. Lucia Coppola (Grüne), die als älteste Abgeordnete die erste Sitzung leitete, sei bereits ein Provisorium. Es brauche mit Paccher kein zweites. Brigitte Foppa schickte Coppola gegen Paccher ins Rennen. Im Saal blieben aber nur Südtirols Grüne, während die Trentiner Opposition aus Protest gegen die sich abzeichnende Lösung Paccher aus dem Saal ging.<BR /><BR />Allemal blieb Pacchers Wahl eine Schwergeburt. In den ersten beiden Wahlgängen verpasste er die nötige absolute Mehrheit von 36 Stimmen klar. Erst im dritten Urnengang, wo die einfache Mehrheit reicht, wurde er mit 30 Stimmen gekürt. Dass es anders geht, bewies Sepp Noggler, der mit stolzen 44 Stimmen deutscher Vizepräsident wurde.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="968437_image" /></div> <BR /><BR /> Allemal spricht Sven Knoll von einem „beschämendem Chaos“. Die Süd-Tiroler Freiheit brachte gestern einen Beschlussantrag zur Übertragung aller Kompetenzen der Region an die Länder ein. Bis dahin soll der Regionalrat nur 4 Mal im Jahr tagen. Der Antrag wird von JWA, Vita und Freiheitlichen mitgetragen. Auch er ist kein Novum. Anträge dieses Inhalts gab es regelmäßig. Ebenso regelmäßig wurden sie abgelehnt. <BR /><BR />