Wer auf allen Hochzeiten tanzt, gerät zwischen Hammer und Amboss. Mit 13: 14 Stimmen brachte die Mehrheit gestern im Landtag einen bis zur Unkenntlichkeit umgeschriebenen Antrag zu Lebensmitteln aus dem Labor durch. <BR /><BR />Hintergrund ist der Spagat zwischen der Regierung in Rom und ihren Statthaltern in Bozen, die Synthetikfleisch verbieten wollen und Senatorin Julia Unterberger, die dazu eine Tagung ausrichtet.<BR />Zumal Fleisch aus dem Labor in der EU nicht zugelassen ist, hat Südtirol dringendere Probleme. Trotzdem rang die Mehrheit um Konsens über einen Antrag von Marco Galateo (Fratelli D’Italia). Auf der Schiene von Agarminister Lollobrigida und den Landwirtschaftsverbänden, sah er eine scharfe Verurteilung von Synthetik-Fleisch vor. <BR /><BR />Dem Landtag vorlegt wurde aber ein völlig anderer Text. Auf Druck von Landeshauptmann Arno Kompatscher wurde eingefügt, nicht nur die Risiken, sondern auch Chancen von Lebensmitteln aus dem Labor zu prüfen. Als Zuckerl für die Landwirtschaftsvertreter kam dazu, Fleisch und Lebensmittel aus regionalen Kreisläufen zu fördern. <h3> Was die Bauernvertreter ärgert</h3> Dieser Text wurde von Galateo, der Lega , Forza Italia, Franz Locher und Manfred Vallazza unterzeichnet. Sauer stößt den Bauern auf, dass Julia Unterberger nächste Woche eine Tagung zur Fleisch aus dem Labor organisiert und die Verbotsankündigungen der Regierung letzte Woche als Populismus abtat.<BR /><BR />Wer es jedem Recht machen will, gerät aber zwischen die Fronten. „Danke werte SVP-Bauernvertreter, dass wir jetzt auch die Chancen von Synthetik-Fleisch unterstützen“, so Peter Faistnauer. <BR />„Ich hätte nie gedacht, dass ich Alessandro Urzì einmal vermissen würde. Der hat zumindest Kante gezeigt“, so Maria Elisabeth Rieder. „Diese Debatte ist eine der peinlichsten in dieser Legislatur. <BR />Von Synthetik-Fleisch steht kein Wort mehr im Antrag“, so Andreas Leiter Reber. Sogar Gert Lanz (SVP) sekundierte: „Danke Andreas, wir haben 2 Stunden über etwas geredet, was im Antrag nicht steht.“<h3> Regierungsbänke meist leer</h3>Zum wiederholten Male waren die Regierungsbänke bei der Debatte leer, teilweise nur Maria Kuenzer anwesend. „Auf Druck des Landeshauptmanns wurden die Chancen von Synthetik-Fleisch eingebaut. Wir möchten wissen warum, doch keiner ist da, auch nicht Landesrat Schuler“, so Myriam Atz Tammerle.<BR /><BR />Schuler replizierte erst am Nachmittag. Die große Frage sei, wie man die Weltbevölkerung ernähren kann. Auf 90 Prozent der Agrarflächen sei nur tierische Produktion möglich. <BR /><BR />Der erste Teil des Antrags zu Risiken und Chancen ging mit 13:14 Stimmen nur sehr knapp durch. Für den zweiten Teil zu den regionalen Kreisläufen fand sich hingegen eine breite Mehrheit. <BR /><BR /><BR />