Peterlini sparte bei der Vorstellung des Heftes 1-2-2024 der „Europa Ethnica“ mit Schwerpunkt „Minderheitenschule“ am Montag im Südtiroler Bildungszentrum dann nicht mit Kritik an der Landesregierung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1086915_image" /></div> <BR />„Die Politik hat bisher immer verhindert, dass die Italiener eine gemischtsprachige Schule oder ein Immersionsmodell verwirklichen und ich finde das total falsch“, meinte Peterlini. „Wir müssen die Italiener ihre Schule modern organisieren lassen, sie eine zwei- oder dreisprachige Schule machen lassen, sie imstande versetzen und sogar fördern, damit Schüler in ihrer Schule möglichst auch gut Deutsch lernen.“ Denn erst damit lasse dann der Druck auf die deutsche Schule nach. Weil die italienischsprachigen Eltern den Eindruck gehabt hätten, dass der Deutschunterricht in den italienischen Schulen ungenügend sei, hätten sie ihre Kinder dann in die deutsche Schule geschickt. Und damit sei dieser<Kursiv></Kursiv> Druck auf die deutsche Schule entstanden. Die Verhinderung der gemischtsprachigen Schule bei den Italienern sei somit völlig kontraproduktiv gewesen. Das eigentliche Schutzmodell für die deutsche Schule geht verloren, betonte Peterlini. <BR /><BR />Und der Professor und frühere Senator stellte sein Lösungsmodell vor: „Wenn Kinder nicht Deutsch können oder Italienisch – es gilt auch für die italienische Schule – dann sollen sie ein oder 2 Semester in die reine Sprachschule eingeschrieben werden, wo sie nur Sprachen lernen. Und dann, wenn sie sprachlich fit sind, sollen sie in die Schule integriert werden. Die Sprachschule ist die eleganteste und sauberste Lösung.“ Mit einer guten Durchführungsbestimmung könnte man die Grundlage schaffen, um diese Sprachschule vorzuschieben. Peterlini verteidigte den Vorstoß der Direktorin der Goethe-Schule, Christina Holzer. Genauso hätten aber Landesregierung und Schulamt Recht, wenn sie am bewährten Integrationsmodell festhielten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1086918_image" /></div> <BR /><BR /> Prof. Peter Hilpold wies bei der Vorstellung des „Europa Ethnica“-Heftes darauf hin, dass „Sonderschulen“ zwar verboten seien, aber nur dann, wenn sie diskriminieren. Fördernde Ansätze seien hingegen zulässig – diese würden befürwortet. Direktorin Christina Holzer müsse man man auf jeden Fall eine positive Grundeinstellung und das Anliegen zuerkennen, dass sie nach einer Verbesserung gesucht habe und ebenso versucht habe, fördernde Ansätze umzusetzen. Das Problem sei, dass in Südtirol die Tendenz bestehe, alles auf die politische Ebene zu schieben und man eine Sachdiskussion zum Teil nur schwer führen könne.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1086921_image" /></div> <BR /><BR />SVP-Fraktionschef Harald Stauder erscheint Peterlinis Konzept der Sprachschulen vergleichbar mit den in Deutschland praktizierten Willkommensklassen. „Das Ziel, dass die Kinder mit guten Kenntnissen der Unterrichtssprache in die Schule kommen, teile ich vollkommen“, meint Stauder. Peterlini und Hilpold würden bei einer der nächsten Sitzungen der Arbeitsgruppe Schule eingeladen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1086924_image" /></div> <BR /><BR />Bei Landesrat Achammer hält sich der Enthusiasmus über Peterlinis Vorschlag hingegen in Grenzen: „Ich bin bereit, mir Peterlinis Vorschlag anzuhören, so wie ich mir auch alle anderen Vorschläge angehört habe. Das Erlernen von Sprache ist zentral – Schule ist aber noch mehr als Sprache, vor allem das Erlernen von Gemeinschaft. Wir arbeiten an weitergehenden unterstützenden Maßnahmen für sprachkomplexe Situationen. Ich werde diese Maßnahmen demnächst vorstellen“, kündigt Achammer an.