Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Russland war Putin in den Ring gestiegen, um dem Sieger Fjodor Jemeljanenko zu gratulieren.Das Staatsfernsehen habe seine Mikrofone vor der Haupttribüne nahezu abgeschaltet, als von dort Protest zu hören war, berichteten Medien in Moskau am Montag. Der 59-Jährige sei „erstmals in seiner gesamten politischen Karriere ausgepfiffen“ worden, kommentierte der Radiosender Echo Moskwy.Erst als Putin Jemeljanenko nach dessen Sieg über US-Kämpfer Jeff Monson als „echten russischen Recken“ bezeichnete, gab es bei der Veranstaltung am Sonntag auch Beifall. Putin hatte im Olympiastadion der russischen Hauptstadt am Sonntagabend den Kampf zwischen Jemeljanenko und seinem Gegner aus den USA, Jeff Monson verfolgt.Jemeljanenko war aus dem Kampf in der brutalen Sportart Gemischte Kampfkünste (Mixed Martial Arts, MMA) als Sieger über den stark blutenden Monson hervorgegangen.Öffentliche Anfeindungen gegen Putin sind extrem selten. Umfragen bescheinigen dem Regierungschef immer noch große Popularität in der Bevölkerung. Putin will nach der Präsidentenwahl im März 2012 in den Kreml zurückkehren. Die von ihm geführte Partei Geeintes Russland ist aber zunehmend unbeliebt. Am 4. Dezember wird in Russland ein neues Parlament gewählt.Die Bilder des ausgebuhten russischen Regierungschefs erfreuen sich jedenfalls derzeit im Internet großer Beliebtheit. Bis Montagmorgen klickten mehr als 500.000 Menschen ein entsprechenden YouTube-Video an.Putin, der es im Judo bis zum schwarzen Gürtel brachte, pflegt durch den Besuch von Kampfsportveranstaltungen sein Image als „starker Mann“.Die Sportart MMA, die auch als Free Fight oder Vale Tudo (brasilianisch-portugiesisch: Alles geht) bekannt ist, vereint Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und lässt unter anderem auch Tritte zu.apa/dpa/afp