Freitag, 11. Juni 2021

Pflege soll attraktiver werden

Der Landtag hat am Donnerstag 3 Anträge der SVP angenommen: eine „Ausbildungsoffensive“ für die Pflege, weiters Leitlinien für einen Kodex der Verträge im Bereich der Vergabe öffentlicher Aufträge und drittens einen Antrag „Wider das Vergessen“ zur Aufarbeitung der Zeitgeschichte.

Der Landtag gab am Donnerstag grünes Licht für eine Stärkung der Pflege.
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Der Landtag gab am Donnerstag grünes Licht für eine Stärkung der Pflege. - Foto: © DLife
Für eine „Ausbildungsoffensive Pflege“ machte sich Magdalena Amhof (SVP) stark: Der Landtag möge die Landesregierung beauftragen, die Südtiroler über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Betreuung und Pflege zu informieren und eine Plattform zu errichten, die sämtliche Ausbildungsmöglichkeiten definiert und eine klare Übersicht gewährt. Ziel sei es, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu sensibilisieren und zu gewinnen, weiters dafür Sorge zu tragen, dass bisher unbezahlte Praktika im Bereich Pflege entgolten werden.

Mitarbeitende der Dienste und Auszubildende aus Landesfachschulen und Universität sollen als Botschafter für die Betreuungs- und Pflegeberufe im Rahmen der Berufsberatung in Südtirols Schulen eingeladen werden. Wiedereinstiege und Umschulungen im Bereich Betreuung und Pflege seien stark zu fördern. Auch Landesrat Thomas Widmann begrüßte den Antrag, der mit 30 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen wurde.

Grünes Licht gab es auch für einen Begehrensantrag der Abgeordneten Gert Lanz und Helmut Tauber (SVP): Sie forderten, der Landtag möge Regierung und Parlament auffordern, bei einer Überarbeitung des Kodex der Verträge für die Vergabe öffentlicher Aufträge („codice degli appalti“) mehrere Grundsätze anzuwenden wie Grundsätze der Wirtschaftlichkeit, der Qualität, der Arbeitsrechtsbestimmungen und des Umweltschutzes. Die Wettbewerbsfähigkeit von Klein- und Mittelbetrieben solle gestärkt werden, indem die öffentlichen Aufträge in quantitative und qualitative Lose aufgeteilt werden. Der Zugang zu SOA-Zertifizierungen sei zu vereinfachen. Hanspeter Staffler (Grüne) meinte, der Antrag habe für Südtirol sehr wohl seinen Sinn, werde aber in Rom nicht durchkommen.

„Wider das Vergessen“

Angenommen wurde weiters auch der Antrag „Wider das Vergessen“, eingebracht von Gert Lanz. Die Südtiroler Zeitgeschichte soll aufgearbeitet werden – auf breiter wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und sprachgruppenübergreifender Basis – und die Erinnerungskultur gestärkt werden.

Abgelehnt wurde hingegen ein Gesetzentwurf von Peter Faistnauer (Team K), der gefordert hatte, den Gemeinden die Möglichkeit einzuräumen, den GIS-Hebesatz um bis zu 5 Prozentpunkte erhöhen, um zum Beispiel die Besitzer von leerstehenden Zweitwohnungen zum Vermieten zu animieren.

hof

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