Samstag, 25. April 2020

Phase 2: Südtirol fördert Radmobilität – Verkehrsordnung soll angepasst werden

Das Ressort für Infrastrukturen und Mobilität erarbeitet derzeit ein Maßnahmenpaket für den Ausbau der Radmobilität - auch um die öffentlichen Verkehrsmittel zu entlasten. Radwege sollen ausgebaut, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen motiviert werden, ihren Mitarbeitern Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Gemeinden werden bei der Umsetzung von lokalen Maßnahmen – wie etwa Rad-Straßen umzusetzen – unterstützt.

Überfüllte öffentliche Verkehrsmittel können für den einzelnen Fahrgast eine Gefahr darstellen und deswegen ist es wichtig, gesunde und attraktive Alternativen anzubieten. Die Radmobilität garantiert dabei nicht nur den nötigen Sicherheitsabstand, sondern sie ist auch gesund und preisgünstig.
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Überfüllte öffentliche Verkehrsmittel können für den einzelnen Fahrgast eine Gefahr darstellen und deswegen ist es wichtig, gesunde und attraktive Alternativen anzubieten. Die Radmobilität garantiert dabei nicht nur den nötigen Sicherheitsabstand, sondern sie ist auch gesund und preisgünstig. - Foto: © shutterstock
Die Radmobilität zu potenzieren, ist ein zentrales Anliegen des Landes, um die Mobilität in Zeiten des Coronavirus aktiv mitzugestalten. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider unterstreicht: „Überfüllte öffentliche Verkehrsmittel können für den einzelnen Fahrgast eine Gefahr darstellen und deswegen ist es wichtig, gesunde und attraktive Alternativen anzubieten. Die Radmobilität garantiert dabei nicht nur den nötigen Sicherheitsabstand, sondern sie ist auch gesund und preisgünstig.“

Zusammen mit den Mitarbeitern der Landesabteilung Mobilität und dem Bereich Green Mobility in der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) sei man dabei, ein Paket zur Förderung des Fahrrads auszuarbeiten, sagt Alfreider.

Gemeinden und Firmen beim Radkauf und Verleih unterstützen

Laut Harald Reiterer, Leiter des Bereichs Green Mobility bei der STA, gehe es um einen mehrstufigen Aktionsplan: „Unser Ziel ist es, die Radwege auszubauen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen zu motivieren, ihren Mitarbeitern Fahrräder zur Verfügung zu stellen und Gemeinden bei der Umsetzung von lokalen Maßnahmen zu unterstützen.“ Das Land sehe schon heute Beiträge für den Ankauf oder den Radverleih für Unternehmen und öffentliche Körperschaften vor, diese wolle man weiter ausbauen, sagt Reiterer.

Alfreider fordert: „Jetzt Rad-Straßen schaffen“

Auf staatlicher Ebene hat, wie berichtet, auch die Transportministerin Paola De Micheli angekündigt, den Kauf von Fahrrädern und Cityrollern zu fördern sowie auch die Straßenverkehrsordnung für den schnellen Umbau von neuen Radwegen anzupassen. „Wir sind im ständigen Kontakt mit dem Ministerium und begrüßen diese Impulse für die Radmobilität“, betont Alfreider. Es sei wichtig, in dieser Phase mutig zu sein und die Straßenverkehrsordnung im Sinne der Radförderung anzupassen.

Gemeinden sollen Mut und Weitsicht beweisen

„Wir hoffen auch, dass die Südtiroler Gemeinden Mut und Weitsicht beweisen und einige Straßen insbesondere in dieser Phase für die Radmobilität optimieren, indem sie diese zum Beispiel zu Tempo-30-Straßen mit Vorrang für die Radmobilität umfunktionieren“, so der Landesrat. Diese Maßnahmen würden nicht nur Vorteile für die Bevölkerung bringen, sondern auch große Chancen für den lokalen Tourismus bergen, der immer stärker auf nachhaltige Mobilitätsformen setzt.

Man sei sich dabei bewusst, dass diese „Rad-Straßen“ am Berg nicht möglich seien, wohl aber in den größeren Zentren und rund um die Städte eine optimale Anwendung finden würden. „Denken wir nur an den Stau rund um die Landeshauptstadt Bozen. Die Gemeinden sollten die aktuelle Situation als Chance für die Potenzierung der nachhaltigen Mobilität und speziell für das Fahrrad nutzen“, fordert der Landesrat.
Erklärtes Ziel bleibt es, dass das Fahrrad bis 2030 beim Modal Split – also der Aufteilung der Mobilitätsformen für zurückgelegte Weg – einen Anteil von 20 Prozent erreicht.

lpa