Montag, 28. Januar 2019

Philippinische Armee riegelt Stadt nach Anschlag ab

Nach dem Terroranschlag auf eine katholische Kathedrale mit mindestens 21 Todesopfern haben Sicherheitskräfte auf den Philippinen die Stadt Jolo weitgehend abgeriegelt. Polizei und Armee errichteten am Montag rund um die Stadt im Süden des Landes Straßensperren. Immer noch läuft die Suche nach den Tätern. Die Terrororganisation „Islamischer Staat” (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Der IS reklamierte das Attentat in der katholischen Kathedrale für sich. - Foto: APA (AFP)
Der IS reklamierte das Attentat in der katholischen Kathedrale für sich. - Foto: APA (AFP)

Bei der Explosion von zwei Bomben während eines Gottesdienstes waren am Sonntag auch mehr als 110 Menschen verletzt worden. Nach jüngsten Erkenntnissen der Armee wurden die Sprengsätze nicht von Selbstmord-Attentätern gezündet, sondern waren versteckt.

Präsident Rodrigo Duterte hat der beschädigten katholischen Kathedrale demonstrativ einen Besuch abgestattet. Der 73-Jährige kam in Jolo unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen mit Vertretern von Armee und Polizei zusammen. Zudem nahm er an einem Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer teil.

Stadt Jolo ist wie ausgestorben

Auf der gleichnamigen Insel Jolo - etwa tausend Kilometer südlich der Hauptstadt Manila - sind seit vielen Jahren muslimische Rebellen aktiv. Die Philippinen mit ihren mehr als 100 Millionen Einwohnern sind das einzige Land in Südostasien, in dem die Mehrheit der Bevölkerung christlichen Glaubens ist. Die mehrheitlich muslimische Region Mindanao soll größere Autonomie bekommen, wofür es kürzlich bei einer Volksabstimmung grünes Licht gab.

Der Polizeichef der Philippinen, Oscar Albayalde, beschrieb die Lage in Jolo so: „Es ist kaum jemand auf der Straße, viele Geschäfte sind geschlossen. Wir haben die Gegend unter Kontrolle. Wir haben genug Soldaten dort.” In Jolo sind auch Rebellen der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv, die mit der Terrormiliz IS verbunden sind. Abu Sayyaf hatte in den vergangenen Jahren immer wieder durch Anschläge und Entführungen, auch von Deutschen, Schlagzeilen gemacht.

Anschlag war vermutlich Rache einer Islamistengruppe

Philippinische Ermittler haben indes eine der militanten Islamistengruppe Abu Sayyaf nahestehende Gruppe als Hauptverdächtige für den Anschlag ausgemacht. Die Splittergruppe Ajang-Ajang habe das Attentat höchstwahrscheinlich begangen, erklärten die Behörden am Montag.

”Letztes Jahr wurde ihr Anführer getötet. Es gab andauernde Berichte, dass sie sich rächen werden”, sagte ein Militärsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Bruder des getöteten Anführers sei auf der Videoüberwachung erkannt worden, erklärte der Sprecher. „Er wurde mit zwei weiteren Mitgliedern von Ajang-Ajang gesehen.”

apa/dpa/ag.

stol