Für Elmar Pichler-Rolle, Chef der SVP-Fraktion im Landtag, ist rund um die Wahl von Unterberger „das erforderliche Maß des korrekten Verhaltens verloren gegangen.“Noch vor wenigen Wochen hätten sich alle Fraktionen dafür ausgesprochen, die Artikel 6 und 9 der Geschäftsordnung abzuändern. Diese legen u.a. fest, dass an der Wahl des Landtagspräsidenten mindestens zwei Drittel der Abgeordneten teilnehmen müssen. „Ausgerechnet diese Bestimmung wurde dann aber herangezogen, um die Wahl von Julia Unterberger zu verhindern. Dass alle Abgeordneten nicht nur die gleichen Rechte und Pflichten, sondern auch die gleiche Würde haben, wurde dabei außer Acht gelassen“, so Pichler Rolle, der die Grünen kritisiert.Sie hätten ins Feld geführt, dass Unterberger nur aufgrund eines Gerichtsurteils in den Landtag nachgerückt sei und ihr somit die Legitimation fehle, das Präsidentenamt zu bekleiden. „Zum einen ist das Gerichtsurteil von den Grünen selbst erwirkt worden, zum anderen ist Riccardo Dello Sbarba vor wenigen Jahren ebenfalls in den Landtag nachgerückt und zum Präsidenten gewählt worden“, betont der Fraktionsvorsitzende. Als sich abgezeichnet habe, dass die Opposition nicht mehr geschlossen handle, sei der Vorwurf lautgeworden, die SVP habe sich die Präsenz eines Teils der Opposition erkauft. „Das ist absurd. Alle italienischen Parteien, Koalitionspartner PD eingeschlossen, haben bereits vor Wochen um einen kurzzeitigen Aufschub des SVP-Gesetzentwurfes zur Toponomastik und um weitere Beratungen unter allen im Landtag vertretenen Parteien ersucht. Diesem Ansuchen wird stattgegeben, ohne dass der SVP-Gesetzentwurf zurückgezogen wird. Er bleibt auf der Tagesordnung des Landtages. Es gibt also keine Verhandlungen mit italienischen Parteien, sondern formelle Gespräche mit allen Parteien“, so Pichler Rolle. Die italienischen Parteien hätten ersucht, eine weitere Sonderkommission unter allen Parteien einzusetzen. Diese habe die Aufgabe, Verbesserungsvorschläge für das Erlernen der deutschen und italienischen Sprache einzubringen. „Die SVP hat sich bereit erklärt, zu diesen sensiblen Themen noch einmal alle Parteien anzuhören und in die Beratungen einzubinden und somit einen institutionell absolut korrekten Weg zu beschreiten. Im Gegenzug hat die SVP ein ebenso korrektes institutionelles Verhalten der Gesprächspartner eingefordert. Auf diesem Wege ist es zu einer Verständigung mit vier von neun Oppositionsparteien gekommen“, betont er.Die SVP habe korrekt gehandelt, die Institution Landtag im Gegensatz zu anderen Parteien geachtet und werde zu den Punkten Toponomastik und Zweisprachigkeit im Landtag offen und transparent und für jeden Bürger nachvollziehbar Stellung beziehen, so Elmar Pichler Rolle.