Donnerstag, 27. Januar 2022

Pinzger: „Wichtige Entscheidungen stehen noch aus“

„Dass bei der Einreise nach Italien die Testpflicht auch für genesene und geimpfte Personen entfällt, ist für den Tourismus wichtig“, betont Manfred Pinzger. Dann folgt das Aber: „Es braucht weitere Änderungen, insbesondere was die Gültigkeit des Grünen Passes betrifft. Auch bezüglich Rückreise der deutschen Gäste gibt es Hürden, die viele abschrecken, einen Urlaub in Südtirol zu verbringen“.

„Wir brauchen Klarheit und Vereinheitlichung im europäischen Rahmen“, fordert Manfred Pinzger. - Foto: © shutterstock

Von:
Michael Andres
Als STOL den Präsidenten des Hoteliers- und Gastwirteverbands (HGV) am Donnerstag erreicht, sitzt er gerade in einem Taxi in Rom. Pinzger ist unter anderem hier, um Unterstützung „für den gesamten Wintertourismus in Sachen Green-Pass-Gültigkeit“ anzufordern. So hat es etwa ein Treffen mit Confcommercio-Präsident Carlo Sangalli gegeben. Dieser habe wiederum die Vorschläge beim zuständigen Gesundheitsminister Roberto Speranza deponiert.

Denn: Ab 1. Februar sollte die Gültigkeit des Grünen Passes in Italien und damit auch in Südtirol auf 6 Monate herabgesetzt werden. „Das wäre für den Tourismus fatal. Aber es sieht nun danach aus, dass es doch bei 9 Monaten bleibt, wie kürzlich vom EU-Ministerrat auch empfohlen. Die Signale gehen somit in die richtige Richtung - auch dank Unterstützung unseres EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann und der Intervention von Landeshauptmann Arno Kompatscher“, erklärt Pinzger.

Zur Erinnerung: Am Dienstag hat der EU-Ministerrat eine EU-Empfehlung beschlossen, welche die Vorschriften für den freien Personenverkehr in der EU während der Pandemie aktualisiert. Damit soll es grundsätzlich keine zusätzlichen Reisebeschränkungen für Inhaberinnen und Inhaber des digitalen COVID-Zertifikats der EU geben. Dieser europaweite „grüne Pass“ soll für die erste Impfserie 270 Tage gültig sein.

Wir brauchen Klarheit und Vereinheitlichung im europäischen Rahmen.
Manfred Pinzger


Mit einer neuen Verordnung hat Italiens Gesundheitsminister Speranza am Mittwochabend darauf reagiert und bereits veranlasst, dass es bei der Einreise nach Italien keine Tests mehr benötigt ( STOL hat berichtet). „Mit dieser Verordnung wird aber lediglich die Testpflicht bei Einreise unserer geimpften und genesenen Gäste wegfallen, was schlussendlich einen sehr geringen Einfluss auf den Südtiroler Tourismus haben wird“, bringt es Pinzger auf den Punkt.

In Sachen Gültigkeit des Green Passes in Italien gebe es eben noch keine endgültige Entscheidung. „Die Gültigkeit innerhalb des Staates muss wohl mit gesetzlichen Bestimmungen geregelt werden. Eine Änderung der inneritalienischen Gültigkeit müsste voraussichtlich der Ministerrat beschließen“, erklärt der HGV-Präsident und fordert weiter „Klarheit und Vereinheitlichung im europäischen Rahmen“.

Sollte eine solche Änderung nicht vor dem 1. Februar erfolgen, können die Gäste zwar mit einem Impfzertifikat welches zum Beispiel 8 Monate alt ist einreisen, aber können nicht beherbergt werden. Auch das Skifahren oder Betreten von Restaurants oder Museen sei dann nicht möglich.

„Auch nach Deutschland schauen“

Was den Tourismus betrifft müsse man vor allem „auch nach Deutschland schauen, ob und wie die EU-Empfehlung dort umgesetzt wird.“ Die Einreiseverordnung Deutschlands sieht aktuell vor, dass ungeimpfte sowie nicht genesene Personen bei Rückreise aus Südtirol – das seit 1. Jänner 2022 genauso wie ganz Italien für Deutschland als Hochrisikogebiet gilt– für mindestens 5 Tage in Quarantäne müssen. Das trifft auch auf Kinder zu. „Diese bedeutet für Südtirol, dass aktuell kaum Familien- und Jugendtourismus möglich ist. Sollte es in diesem Bereich zu einer Änderung und Erleichterung kommen, wäre dies sehr, sehr wichtig für die restliche Wintersaison“, so Pinzger.

Wie aus Rom zu verlauten sei, könne es bereits am Freitagabend zu einem Treffen des italienischen Ministerrats kommen und auch weitere Entscheidungen geben.

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