Freitag, 03. Juli 2015

Pitarelli: "Werde nicht freiwillig aus der SVP austreten"

"Ich stehe zu meiner Haltung - die SVP kannte und kennt diese". So äußert sich Anna Pitarelli am Freitag, noch bevor sich die SVP-Parteileitung am Montag mit dem Rausschmiss der abtrünnigen Gemeinderätin beschäftigt.

Freiwilliger Rücktritt? Nein, sagt Anna Pitarelli.
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Freiwilliger Rücktritt? Nein, sagt Anna Pitarelli.

"Ich habe meine Bedenken zum Regierungsprogramm ausgedrückt und mit einer Enthaltung abgestimmt", sucht Anna Pitarelli sich in einem Schreiben von Freitag für ihr Abstimmungsverhalten zu rechtfertigen. Wie berichtet, hatte die SVP-lerin und Benkobefürworterin die Regierungsbildung durch ihre Stimme entgegen der SVP-Haltung am 24. Juni vereitelt (STOL hat berichtet)

Der Mehrheitssitzung ferngeblieben, nicht erst genommen

Am Tag vor der Abstimmung im Gemeinderat, dem 23. Juni, sei sie bei der Sitzung der Mehrheit nicht anwesend gewesen. 

"Niemand hat wohl meine Position ernst genommen. Niemand hat wohl damit gerechnet, dass es Politiker gibt, die ihrer Einstellung und ihrer Haltung treu bleiben und auch nach der Wahl zu dem stehen, was sie vor einer Wahl gesagt oder versprochen haben", so Pitarelli.

Pitarelli hatte sich von Anbeginn an für das Benko-Kaufhaus-Projekt stark gemacht. 

 

Anna Pitarelli ist Unterstützerin des Kaufhaus-Projektes von René Benko und Heinz Peter Hager.

Austritt gefordert

Verschiedene Verantwortungsträger der Bozner SVP hätten Pitarelli aufgefordert, "freiwillig aus der SVP auszutreten oder gar aus dem Gemeinderat zurückzutreten".

"Selbstverständlich werde ich nichts von dem tun", so die Gemeinderätin. Dies, weil sie zu ihrer Haltung stehe. Ebenso wie sie zu ihrer Haltung den Ökosozialen gegenüber stehe.

Strikte Ablehnung der Ökosozialen

"Bereits Anfang des Jahres hatten SVP und PD entschieden, ohne die Gruppierung der Ökosozialen bei der Gemeinderatswahl zu kandidieren, um endlich dem Stillstand in Bozen ein Ende zu setzen", so Pitarelli. Gleich nach der Wahl aber war plötzlich genau diese Gruppierung der erste Ansprechpartner für die Bildung einer Regierung.

"Ich habe immer gesagt, dass die Ökosozialen kein Partner für eine Regierung sind. Meine Haltung wurde auch von den Medien veröffentlicht", rechtfertigt sich Pitarelli.

Zudem habe sie im Koordinierungsausschuss ihren Unmut in Bezug auf die aggressive und erpresserische Vorgehensweise der Ökosozialen ausgedrückt und unmissverständlich klargestellt: "Mit dieser Partei möchte und werde ich nicht zusammenarbeiten."

Viele Stunden für die SVP

Wohl aber möchte Pitarelli mit der SVP weiter zusammenarbeiten - und der Partei auch als Mitglied erhalten bleiben, so wie sich das Schreiben ließt.

"Ich bin seit vielen Jahren Mitglied der SVP und habe viele, viele Stunden ehrenamtlich in verschiedenen Parteigremien, aber auch als Präsidentin des Stadtviertelrates Gries-Quirein, mitgearbeitet. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass junge Menschen sich für Politik interessieren und aktiv für die Zukunft ihrer Heimat mitarbeiten", so Pitarelli.

Ob sie ihren Kopf damit retten kann? Die SVP-Parteileitung wird am Montag darüber befinden (STOL hat berichtet).

stol/ker

stol