Montag, 29. Mai 2017

Planer: „Ich stehe für einen Generationswechsel“

Jugendarbeiter, Barkeeper, Verkäufer und Graffiti-Lehrer. Tobias „Tobe“ Planer hatte schon viele Jobs. Eine Konstante in seinem Leben ist das Politische. Und das dürfte nun noch wichtiger werden. Am Samstag wurden er und Brigitte Foppa zum neuen Führungsduo der Grünen gewählt.

Jugendarbeiter, Barkeeper, Verkäufer und Graffiti-Lehrer. Tobias „Tobe“ Planer hatte schon viele Jobs. Eine Konstante in seinem Leben ist das Politische. Und das dürfte nun noch wichtiger werden. - Foto: DLife
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Jugendarbeiter, Barkeeper, Verkäufer und Graffiti-Lehrer. Tobias „Tobe“ Planer hatte schon viele Jobs. Eine Konstante in seinem Leben ist das Politische. Und das dürfte nun noch wichtiger werden. - Foto: DLife

Seit 2010 sitzt Tobe Planer im Bozner Gemeinderat. Zuerst für Projekt Bozen, dann für die Grünen. 2013 trat er zum Sprung in den Landtag an – 2671 Stimmen erhielt er bei den Wahlen. Es reichte nicht. 2018 will er es wieder versuchen. Er tritt dann als einer von 2 Grünen Co-Sprechern an.

Südtirol Online: Herr Planer, Sie beginnen heute Ihre erste Woche als Grüner Co-Sprecher. Welche Termine stehen an?

Tobias „Tobe“ Planer: In den vergangenen Tagen war ganz schön viel los. Deswegen habe ich am Sonntag mal nichts gemacht. Am heutigen Montag gibt es die erste Vorstandssitzung. In der nächsten Zeit wird es dann mehrere Treffen mit den 6 verschiedenen Arbeitsgruppen geben, wie der Grünen Wirtschaft oder der Sozialgruppe. Natürlich auch mit dem Grünen Rat. Das ist die große Runde, in der unter anderem die Vertreter der Arbeitsgruppen und der Bezirke zusammentreffen.  

STOL: Sie beerben Hans Heiss als Co-Sprecher. Der stand für das bürgerlich-liberale Lager. Ordnen Sie sich auch einer Gruppierung zu?

Planer: Warum soll ich nicht auch das Bürgertum repräsentieren können? Ich bin vielfältig einsetzbar (lacht). In erster Linie stehe ich für einen Generationswechsel und den würde ich gerne bei den Grünen einläuten. Das ist jetzt wichtig. In anderen Parteien ist das ja auch passiert. Und bei den Jungen Grünen soll auch wieder Schwung reinkommen.

STOL: Sind Sie mit 42 Jahren nicht etwas zu alt für die Jungen Grünen?

Planer: Ich bin ja nicht ihr Sprecher. Ich bin aber nach wie vor in der Jugend tätig, mit meinen Graffiti-Workshops und den Festivals, die ich organisiere. Und bei den Young Greens würde ich gerne meinen berufsjugendlichen Enthusiasmus einfließen lassen, junge Leute aufbauen.

STOL: Um die Young Greens ist es ruhig geworden…

Planer: In den vergangenen 9 Monaten ist es wirklich etwas still geworden. Und da möchte ich wieder etwas aufbauen. Aber nicht alleine, sondern mit jungen Mandataren, die vor Ort arbeiten. Mit Gemeinderäten, wie Greta Klotz und Felix von Wohlgemuth aus Eppan, Marlene Pernstich aus Kaltern, Josef Untermarzoner aus Klausen oder dem Bozner Stadtviertelrat Michael Keitsch. Erste Treffen hat es bereits gegeben.

STOL: Gibt es da auch schon inhaltliche Ergebnisse?

Planer: Ja, etwa zum Thema „Junges Wohnen“. Unsere Vorschläge dazu werden wir gemeinsam mit der Landtagsfraktion im Landtag einbringen. Wir haben uns, wie die JG (Junge Generation in der SVP, Anm. d. R.) Gedanken über das Nachtleben in Südtirol gemacht. Eigentlich haben wir das schon vor der JG gemacht. Das sind 2 Themen, die wir bereits besprochen haben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich werde den Young Greens sicherlich keine Themen vorgeben.

STOL: Und in welchen Bereichen wollen Sie Akzente setzen?

Planer: Die Grünen haben in den letzten anderthalb Jahren einen internen Veränderungsprozess durchgemacht. An diesem Prozess will ich anknüpfen. In meiner Rede am Samstag habe ich auch gesagt, dass wir in den Dörfern draußen mehr Sichtbarkeit haben müssen. Die Grünen werden ja noch immer als Stadtpartei angesehen. Ich möchte daran arbeiten, dass öko-soziale Listen unter dem Logo der Weißen Taube bei den Gemeinderatswahlen 2020 antreten. Da müssen wir aber noch Gespräche führen. Und ich will daran arbeiten, Berührungsängste abzubauen.

STOL: Was für Berührungsängste?

Planer: Es passiert mir immer wieder, dass mich Leute ansprechen, die sagen „Ihr seid nicht wählbar, abgehoben und elitär.“ Gegen dieses Vorurteil will ich antreten und zeigen, dass wir ganz normale Leute mit guten, innovativen Ideen sind. Wir sind keine Nein-Sager.

STOL: Wird das Ihr Slogan bei den Landtagswahlen sein? Sie treten doch an, oder?

Planer: Meine Kandidatur stand schon vor der Landesversammlung fest. Das ist unabhängig voneinander zu sehen. Bei den Wahlen von 2013 war ich der erste Nichtgewählte und habe mir gedacht: „So, einmal trete ich noch an.“ Für einen Slogan ist es aber noch zu früh. Da muss ich mir noch etwas Gutes ausdenken.

STOL: Aber Themen haben Sie sich schon ausgedacht...

Planer: Wir müssen zunächst mal die Liste zusammenstellen und dann gemeinsam unsere Themen ausarbeiten. Die Themen, die mir am Herzen liegen, werde ich dann einbringen. Einige davon sind ja schon bekannt: Jugendkultur, Soziales, Familien und eine mehrsprachige Schule als zusätzliches Angebot zum bestehenden Schulmodell.

Interview: Andrej Werth

stol