Dienstag, 26. Juni 2018

Platter: Derzeit keine Kontrollen am Brenner nötig

Nach den Aussagen des österreichischen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) in der ORF-Sendung „Im Zentrum“, wonach Österreich die Grenzen – auch den Brenner – sichern werde, sollte Deutschland tatsächlich Flüchtlinge zurückweisen, hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) Sensibilität bei der Brenner-Grenze eingemahnt. Er sehe derzeit keine Notwendigkeit für Kontrollen, meinte Platter.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sieht derzeit keine Notwendigkeit für Kontrollen am Brenner.
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Tirols Landeshauptmann Günther Platter sieht derzeit keine Notwendigkeit für Kontrollen am Brenner. - Foto: © APA

Man müsse sich die Entwicklung genau anschauen, denn der Brenner sei eine „sensible Angelegenheit“, erklärte der Landeshauptmann am Dienstag bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Regierungssitzung. Man müsse wachsam sein und beobachten, wie sich die neue Flüchtlingswelle entwickelt. Ein Durchwinken seitens Italien dürfe es aber auf keinen Fall geben.

„Brenner nicht aufgrund von Emotionen schließen“

Der Brenner dürfe jedenfalls nicht aufgrund von Emotionen geschlossen werden. „Man muss hier aufgrund von Daten und Fakten eine Entscheidung treffen“, forderte der Landeshauptmann, versicherte aber gleichzeitig, dass seine Position eine „sehr harte“ sei.

Auch Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) sah derzeit „kein zusätzliches Aufkommen an Flüchtlingen“ an der Brenner-Grenze. Für sie sei die derzeitige Aufregung ohnehin nur der kommenden Landtagswahl in Bayern geschuldet. Außerdem finde sie es „bedauerlich“, dass sich die österreichische Bundesregierung auch noch daran beteilige, meinte Felipe.

Europäischen Frieden nicht gefährden

Sie hoffe, dass man sich bei der Entscheidung über mögliche Grenzkontrollen auf die Regionen verlässt und den europäischen Frieden nicht gefährdet, fügte die Landeshauptmannstellvertreterin hinzu.

apa

stol