Freitag, 25. März 2022

Polen fordert vor Biden-Besuch härtere Sanktionen

Der polnische Vizeaußenminister Szymon Szynkowski vel Sek hat im Ukraine-Krieg die Forderung nach härteren Sanktionen gegen Russland bekräftigt und warnt den Westen vor einer „Politik der Angst“. „Wir fordern stärkere Sanktionen“, sagte Szynkowski vel Sek am Freitag im Deutschlandfunk vor dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Polen. Entscheidend in der jetzigen Phase des Konflikts sei außerdem mehr Unterstützung für die Ukraine - humanitär und auch mit Waffen.

Blackhawk-Hubschrauber in der südostpolnischen Stadt Rzeszow. - Foto: © APA/AFP / WOJTEK RADWANSKI

Der Außenpolitiker hält auch die von Polens Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski vorgeschlagene „friedenserhaltende Mission der NATO“ in der Ukraine weiterhin für eine von mehreren Optionen. Zwar sei es notwendig, eine Eskalation des Kriegs zu verhindern. Er warnte den Westen aber gleichzeitig vor „Passivität, Naivität, Zögern“. Eine „Politik der Angst“ - wie sie europäische Großmächte zuerst gegenüber der Aggression der Nazis praktiziert hätten - könnten sich die Verbündeten heute mit Blick auf Russland nicht leisten.

Biden wollte am Freitag aus Brüssel nach Polen weiterreisen, das direkt an die Ukraine grenzt. Etwa 2,2 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine sind bisher nach Polen eingereist, ein Großteil ist dort geblieben. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Der US-Präsident will sich erst in der grenznahen Stadt Rzeszow über den humanitären Einsatz zur Versorgung der Flüchtlinge informieren. Außerdem wird er in Polen stationierte US-Soldaten treffen und kommt zu Gesprächen mit der polnischen Führung in die Hauptstadt Warschau. Dort werde er am späten Samstagnachmittag zwischen 17.00 und 18.00 Uhr beim Königsschloss eine Rede halten, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Warschau am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

apa

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