Das Geschehen im Regionalrat glich gestern dem auf einem Schachbrett, die siegreichen Züge machte dabei die Mehrheit – und sicherte den Abgeordneten damit einen Inflationsausgleich in der gleichen Höhe, wie ihn die öffentlichen Bediensteten der Region erhalten. Wohlgemerkt, nicht IN der Region, sondern DER Region.<BR /><BR /> Doch von vorne: Gleich 3 Gesetzentwürfe der Oppositionsparteien zur Abschaffung der automatischen Inflationsanpassung standen gestern ursprünglich auf der Tagesordnung des Regionalrates. Der des Team K sah neben der Abschaffung der automatischen Inflationsanpassung auch noch eine Reduzierung des Salärs um 700 Euro vor. Für eine breitere Zustimmung brachte man schließlich einen Änderungsantrag zum entsprechenden Artikel 1 ein, der statt der Reduzierung das Einfrieren des Salärs beim Status quo vorsah. Der liegt immerhin bei 10.400 Euro beim einfachen Abgeordneten, in der Führungsetage deutlich darüber. <BR /><BR />„Wo ein Wille, da ein Weg“, hatten Landeshauptmann Arno Kompatscher und SVP-Obmann Philipp Achammer noch im Vorfeld signalisiert, gegen eine automatische Inflationsanpassung zu sein (wie berichtet). Der Weg wäre also offen gewesen, man hätte nur dafür stimmen müssen. <BR /><BR />Schon im Vorfeld hatte Achammer aber auch anklingen lassen, dass es eine Anpassung im Ausmaß dessen geben könne, was der öffentliche Dienst erhalte. Und wie „bestellt“ hatten noch vor der Regionalratssitzung die Gewerkschaftsvertreter von CGIL, CISL und UIL zusammen mit dem ASGB bei einem Treffen mit den Fraktionssprechern eine „Neubewertung der Gehälter der Regionalräte im 5-Jahresrhythmus“ vorgeschlagen, wobei der Prozentsatz der Anpassung an den im Kollektivvertrag für die öffentlichen Bediensteten gekoppelt werden sollte. Wohl vergessend, dass damit keine Gleichstellung erreicht wird: „Die Inflationsanpassung bei den öffentlichen Bediensteten greift nicht für alle Lohnelemente, sondern nur für einen Teil. Bei uns Politikern gibt es nur ein Lohnelement, die Inflationsanpassung greift also für den gesamten Lohn“, erklärt Rieder das „Versäumnis“. <BR /><BR />Mehrmals setzten sich Mehrheit und Minderheit im Regionalrat gestern jeweils zu Beratungen zusammen. Das Ende vom Lied: Der Gesetzentwurf des Team K einschließlich Abänderungsantrag wurde von der Mehrheit abgelehnt. Stattdessen hat die Mehrheit ihren Änderungsantrag an den Gesetzentwurf Degasperis gehängt. Der war damit nicht einverstanden und zog den Entwurf zurück. „Herrenlos“ wie er war, machte ihn sich die Mehrheit zu eigen – und brachte in der Artikeldebatte Artikel 1 durch. Damit wird die Inflationsanpassung der Politikergehälter nun – leicht anders als der Vorschlag der Gewerkschaften – an die der öffentlichen Bediensteten der Region gekoppelt. Weil das aber gerade einmal rund 400 Personen sind, wird man bei der Opposition hellhörig: Bei nur 400 würden höhere Anpassungen kein so großes Loch in die Haushalte reißen, „das könnte in 3 Jahren wieder ene böse Überraschung bringen“, sinniert Rieder. Weder Achammer noch Magdalena Amhof, erste Unterzeichnerin des Änderungsantrages für die SVP, waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen.