Donnerstag, 18. Juni 2015

Post: Zweisprachigkeit und Proporz

Am Donnerstag hat Landeshauptmann Arno Kompatscher mit der Post-Spitze in Rom darüber diskutiert, wie die Postdienste in Südtirol trotz des Sparkurses der italienischen Post auch weiterhin gewährleistet werden können.

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Geschlossene Postämter, mangelnde Zweisprachigkeit, unterlassene Postzustellungen - darüber wird in Südtirol immer wieder geklagt.

Am Donnerstag hat sich Landeshauptmann Arno Kompatscher in Rom mit Führungskräften der italienischen Post an einen Tisch gesetzt, um Auswege aus dieser Situation zu finden.

Was die Postdienste und die Schließung von Postämtern angeht, so wurde vereinbart, den Ist-Stand zu durchleuchten. "Eine Arbeitsgruppe soll die Situation erheben und den Finanzbedarf prüfen", erklärte der Landeshauptmann nach dem Treffen, "dann soll untersucht werden, ob im Rahmen des Mailänder Abkommens eine Spesenübernahme durch das Land möglich ist, die zu einer wirksamen Verbesserung der Dienste führt." 

Zweisprachigkeit als Muss für Postangestellte

Landeshauptmann Kompatscher brachte gegenüber der Post-Spitze auch die Zweisprachigkeitspflicht zur Sprache, die immer wieder vernachlässigt werde, so beispielsweise bei neuen Vordrucken oder telematischen Diensten.

Der Landeshauptmann erhielt die Zusicherung, dass die "Poste Italiane" einer Person die Verantwortung für diesen Bereich übertragen wollen. Südtirol hätte damit eine Ansprechperson in Fragen der Zweisprachigkeit.

Auch die mangelnde Berücksichtigung des Proporzes brachte der Landeshauptmann aufs Tapet. "Laut unserer Kenntnis wird diese nicht so eingehalten, wie es das Autonomiestatut vorsieht", sagte Landeshauptmann Kompatscher. Vereinbart wurde, einen Plan zu erarbeiten, um dieses Missverhältnis Schritt für Schritt abzubauen. 

stol