Sonntag, 12. Mai 2019

Präsidentschaftswahl in Litauen: Beteiligung bei 56 Prozent

In Litauen sind die Menschen am Sonntag zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen gewesen. Die Wahlbeteiligung betrug 56,45 Prozent, wie die zentrale Wahlkommission nach Schließung der Wahllokale mitteilte.

Dalia Grybauskaite durfte sich nicht mehr der Wahl stellen.
Dalia Grybauskaite durfte sich nicht mehr der Wahl stellen. - Foto: © LaPresse

Mit ersten Ergebnissen sei in der Nacht auf Montag oder in der Früh zu rechnen. Von den neun Bewerbern haben drei realistische Chancen auf das Amt.

In Umfragen führte zuletzt die konservative Ex-Wirtschaftsministerin Ingrida Simonyte. Auch der Mitte-links-Kandidat und amtierende Regierungschef Saulius Skvernelis kann auf große Unterstützung hoffen.

Dritter im Bunde ist der Wirtschaftsexperte Gitanas Nauseda, der als unabhängiger Kandidat antritt.

Die amtierende Präsidentin Dalia Grybauskaite durfte nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Die frühere EU-Finanzkommissarin ist seit Juli 2009 das erste weibliche Staatsoberhaupt seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Litauens 1990 von der Sowjetunion.

Sie hatte sich vor der Abstimmung öffentlich bedeckt gehalten. „Ich habe für den Besten gestimmt, und ich wünsche jedem litauischen Bürger, dass er mit Verstand und Herz entscheidet“, hatte sie gesagt.

Das dominierende Thema im Wahlkampf waren Einkommensungleichheit und Armut - dabei wuchs die litauische Wirtschaft zuletzt stark. In den vergangenen Jahren ist das Einkommensniveau in dem baltischen Staat kräftig gestiegen.

Allerdings ist die Schere zwischen Arm und Reich weiter groß. Dass ein Kandidat bereits im ersten Wahlgang die nötige Stimmenmehrheit erreicht, gilt als unwahrscheinlich. Wird eine Stichwahl nötig, soll diese am Tag der Europawahl, dem 26. Mai, stattfinden.

Knapp 2,5 Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen. In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten aber weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik.

Zeitgleich mit der Präsidentenwahl gab es zwei Volksabstimmungen. Die Einwohner des Ostseestaats stimmten einerseits über die Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft und andererseits über die Verringerung der Abgeordnetenanzahl im litauischen Parlament ab.

dpa

stol