Mittwoch, 19. Dezember 2018

Preisgekrönter „Spiegel“-Journalist fälschte Geschichten

Das renomierte deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat einen Betrugsfall im eigenen Haus aufgedeckt. Ein Redakteur habe in „großem Umfang seine eigenen Geschichten gefälscht und Protagonisten erfunden“, heißt es in einem auf Spiegel Online am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Aufgedeckt worden sei der Fall nach internen Hinweisen und eigenen Recherchen.

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Der Redakteur hat die Vorwürfe laut „Spiegel“ eingeräumt. Er habe sein Büro am Sonntag ausgeräumt und seinen Vertrag am Montag gekündigt. Der Journalist schrieb erst als freier Mitarbeiter für den „Spiegel“, seit eineinhalb Jahren war er als Redakteur fest angestellt. Von ihm sind dem „Spiegel“ zufolge seit 2011 knapp 60 Texte im Heft und bei Spiegel Online erschienen.

14 Geschichten in Teilen gefälscht

Erste Verdachtsmomente habe es nach einem im November 2018 veröffentlichten Text gegeben. Der Journalist habe in mehreren Fällen eingeräumt, Geschichten erfunden oder Fakten verzerrt zu haben. Seinen eigenen Angaben zufolge sind mindestens 14 Geschichten betroffen und zumindest in Teilen gefälscht.

Die Leitung des „Spiegel“ will eine Kommission aus internen und externen Experten einsetzen. Sie sollen den Hinweisen auf Fälschungen nachgehen. Die Ergebnisse sollen öffentlich dokumentiert werden.

Der Journalist publizierte er auch in Cicero, in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag, der Financial Times Deutschland, der taz, der Welt, im SZ-Magazin, in der Weltwoche, auf Zeit online, in Zeit Wissen und in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Mehrfach ausgezeichnet

Er wurde zudem mehrfach mit prestigeträchtigen Preisen ausgezeichnet: Vier Deutsche Reporterpreise, den Peter Scholl-Latour-Preis, den Konrad-Duden-, den Kindernothilfe-, den Katholischen und den Coburger Medienpreis. Der US-Sender CNN machte ihn zum „Journalist of the Year“, geehrt wurde er auch mit dem Reemtsma Liberty Award, dem European Press Prize, er landete auf der Forbes-Liste der „30 under 30 – Europe:Media“.

apa/dpa

stol