Mittwoch, 10. Juni 2020

Premier Conte trifft Staatsanwälte am Freitag

Der italienische Premier Giuseppe Conte wird am Freitag die Staatsanwälte von Bergamo treffen, die Untersuchungen wegen des Umgangs der Regierung mit der Coronakrise eingeleitet hat. Die Ermittler wollen auch Gesundheitsminister Roberto Speranza und Innenministerin Luciana Lamorgese befragen.

„Ich bin nicht besorgt, ich werde den Ermittlern über die Ereignisse der vergangenen Monate berichten“, sagte  Premier  Conte am Mittwoch.
„Ich bin nicht besorgt, ich werde den Ermittlern über die Ereignisse der vergangenen Monate berichten“, sagte Premier Conte am Mittwoch. - Foto: © ANSA / FILIPPO ATTILI UFFICIO STAMPA PA
Bei den Untersuchungen geht es vor allem um das mögliche Versäumnis der Regierung, besonders betroffene Gebiete in der Provinz Bergamo als sogenannte „Rote Zonen“ nicht zu schließen und so die Ausbreitung des Virus zu stoppen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

„Ich bin nicht besorgt, ich werde den Ermittlern über die Ereignisse der vergangenen Monate berichten“, sagte der Premier am Mittwoch vor Journalisten in Rom.

In Bergamo laufen bereits einige Untersuchungen wegen der vielen Coronavirus-Todesopfer seit Ausbruch der Epidemie am 20. Februar. Die lombardischen Regionalbehörden werden unter anderem beschuldigt, die Gemeinden Nembro und Alzano Lombardo bei Bergamo Anfang März nicht zur Sperrzone erklärt zu haben, obwohl hier zahlreiche Todesopfer und Infektionsfälle gemeldet worden waren. Am Mittwoch hatte außerdem die Gruppe „Noi Denunceremo“ den Behörden fahrlässiges und inkompetentes Handeln vorgeworfen und Klage eingereicht.

Weil diese beiden Gemeinden nicht abgeriegelt wurden, habe sich die Infektion in der ganzen Region stark verbreitet, lautet der Vorwurf. Premier Conte soll erklären, warum die Regierung die beiden lombardischen Gemeinden nicht zur Sperrzone erklärt habe, obwohl er dazu wiederholt aufgerufen worden sei.

apa/stol

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