Samstag, 08. August 2020

Libanons Premier will Neuwahlen - Chaos und Gewalt bei Protesten

Als Reaktion auf die verheerende Explosion im Hafen von Beirut hat der libanesische Regierungschef Hassan Diab vorgezogene Neuwahlen vorschlagen.

Die Situation gerät zusehends außer Kontrolle.
Die Situation gerät zusehends außer Kontrolle. - Foto: © APA (AFP) / ANWAR AMRO
Ein entsprechendes Gesetz wolle er seinem Kabinett in einer Sitzung am Montag vorlegen, sagte Diab am Samstag in einer Fernsehansprache. Er wies jedoch eine Verantwortung für die wirtschaftlichen und politischen Probleme des Landes zurück.

Diab reagierte mit seinem Vorschlag für Neuwahlen auf den massiven Druck auf die Regierung, die von vielen Libanesen für die Detonation verantwortlich gemacht wird. Einen möglichen Termin für Neuwahlen nannte er nicht. Die nächsten Wahlen ständen eigentlich im Jahr 2022 an.

Heftige Zusammenstöße

Im Zentrum Beiruts kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und wütenden Demonstranten und chaotischen Szenen. Mehr als 200 Menschen wurden dabei verletzt, wie das libanesische Rote Kreuz mitteilte.

Einige Demonstranten versuchten Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Sie warfen Steine, wie auf Bildern des libanesischen Senders MTV zu sehen war. Die Sicherheitskräfte wiederum setzen massiv Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Auf TV-Bildern waren Feuer im Zentrum Beiruts zu sehen. Augenzeugen berichteten, sie hätten in der Nähe des Parlaments Schüsse gehört.

Polizist tot

Am Rande der Demonstrationen kam nach Polizeiangaben ein Polizist ums Leben. Der Beamte habe mehreren in einem Hotel festsitzenden Menschen geholfen, als er aus einer Menschenmenge angegriffen worden und tödlich gestürzt sei, erklärte die Polizei im Kurzmitteilungsdienst Twitter.






apa