Inzwischen kann das Enteignungsverfahren eingeleitet und der Planungswettbewerb gestartet werden. „Doch es war immer klar, dass die nötigen 98 Mio. Euro für das neue Museum nicht zum Großteil aus dem Landeshaushalt kommen“, erinnert der Landeshauptmann.<BR /><BR />Neues Modell für die Finanzierung öffentlicher Bauten in Südtirol: Um das Ötzi-Museum zu stemmen, trennt sich das Land von Tafelsilber und Ladenhütern. Plaza-Gebäude, Archäologiemuseum, Ex-„Standa“-Turm und Halle am Firmianplatz in Bozen sowie die Villa Delug am Ritten werden aber nicht einfach abverkauft. Vielmehr fließen sie in einen Immobilienfonds für Investoren, der sie u.a. in Wohnungen umbaut und mit sattem Mehrwert verhökert. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67550956_quote" /><BR /><BR />Deshalb haben sich Vermögenslandesrat Christian Bianchi und seine Abteilung auf neue Wege begeben. „Wir legen einen Immobilienfonds auf, der einen Großteil des Geldes aufbringt“, sagt Bianchi. Aufgelegt wird der Fonds, in den private Anleger (wohl großteils Banken und Versicherungen) investieren, von Euregio Plus. Das ist die Kapitalgesellschaft der Länder Südtirol und Trentino sowie Pensplan.<h3> Satter Mehrwert durch Immobilien des Landes</h3>In den Fonds sollen landeseigene Immobilien einfließen, die mittelfristig nicht mehr benötigt werden. Ein Beispiel ist das Plaza-Gebäude im Bozner Neubruchweg. 1992 hat es das Land gekauft. Inzwischen müsste es renoviert werden. Verkauft man es so, wie es ist, bringt das 8 Mio. Euro. Doch Euregio Plus soll es in Wohnungen umbauen. 14 Stockwerke mit je 3 Wohnungen zu 600.000 Euro erbringen 25 Mio. Euro. Selbst wenn man mit gutem Beispiel vorangeht und die Wohnungen mit Preisbindung um je 400.000 Euro verkauft, sind es immer noch 17 Mio. Euro. Ein satter Mehrwert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101186_image" /></div> <BR /> Von diesem Mehrwert bekommen die Anleger ihre Rendite. Anderseits profitiert das Land. 10 bis 20 Immobilien hat das Land zum Aufwerten und Verhökern ins Auge gefasst. Die Liste umfasst in Bozen das Plaza, den heutigen Sitz des Archäologiemuseums in der Museumstraße, ein Magazin am Firmian-Platz, den „Standa“-Turm“ in der Cesare Battisti-Straße und den Ansitz Isidor in Kampenn. Am Ritten ist es die Villa Delug, auf der das Land schon lange sitzt. Insgesamt soll die Finanzoperation 100 Mio. Euro erbringen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67551072_quote" /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher betont, dass die Teilfinanzierung über den Fonds keine Privatisierung sei: „Das neue Ötzi-Museum wird vom Land errichtet und bleibt im Eigentum des Landes.“