Für 277 Schülerinnen und Schüler aus den deutschen, ladinischen und italienischen Musikschulen Südtirols, dem Bozner Konservatorium und den Schulen mit Landesschwerpunkt Musik ist vergangene Woche der Landeswettbewerb „Prima la musica“ zu Ende gegangen. 164 Teilnehmer aus Süd-, Ost- und Nordtirol haben sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert, auch zahlreiche Südtiroler Jungmusiker.<BR /><BR />Diese herausragenden Ergebnisse des musikalischen Nachwuchses aus Südtirol scheinen nun aber in den Hintergrund zu treten. Der Grund: Südtirol hat in Absprache mit Tirol – das war die Voraussetzung – bei der Bundesgeschäftsstelle von „Musik der Jugend“ einen Antrag gestellt, als vollwertiges Mitglied aufgenommen zu werden, mit allen Rechten und Pflichten. Unter diesen wäre auch die Pflicht, einen eigenständigen Landesbewerb durchzuführen, nachdem Südtirols Musiknachwuchs seit 30 Jahren beim Gesamttiroler Wettbewerb an den Start gehen durfte. Auch Südtirols Landesregierung hatte sich klar für Bemühungen in diese Richtung ausgesprochen.<BR /><BR />Ende Mai sollte dieses Thema im Rahmen der Landeskulturreferentenkonferenz – Südtirol wird dort von Abteilungsdirektor Volker Klotz vertreten sein – entschieden werden. Die Kehrtwende droht dieses Vorhaben nun zum Scheitern zu bringen.<h3> Ziel: Nachwuchs mehr Sichtbarkeit verleihen und Zugang erleichtern</h3>Dabei wäre das Ziel des Vorhabens klar: Südtirols musikalischem Nachwuchs mehr Sichtbarkeit zu verleihen, den unteren Altersgruppen einen niederschwelligeren Zugang zu erleichtern und das Bozner Konservatorium verstärkt mit ins Boot zu holen. Die Größenordnung eines Südtiroler Landeswettbewerbes wäre überschaubarer, eine effiziente Nutzung der Strukturen und Musikschulstandorte im Land würde ermöglicht.<BR /><BR />„Wir danken dem Land Tirol und werden ihm auch immer dankbar sein für die unglaubliche Chance, die es unseren Musikschülerinnen und Musikschülern mit der Teilnahme an ,Prima la musica‘ gegeben hat“, sagt Pedrotti. „Aber irgendwann muss das Elternhaus sagen, ,Ich lasse mein Kind in die Welt hinausziehen‘.“ Südtirol wolle sich nach so langer Zeit nun emanzipieren und als eigenständiges „10. Bundesland“ anerkannt werden. <BR /><BR />Sollte es für Südtirol doch noch grünes Licht geben, vollwertiges Mitglied zu werden, würde das bedeuten, dass künftig Vertreter Südtirols sowohl im Kuratorium als auch im Bundesfachbeirat von „Musik der Jugend“ sowie im Fachbeirat von „podium jazz.pop.rock“ vertreten wären. Damit wäre man in alle Entscheidungen dieses wichtigsten österreichischen Jugendmusikwettbewerbes mit eingebunden.<h3> Südtirol würde dann jedes Jahr Landeswettbewerb austragen</h3>Zudem würde Südtirol jedes Jahr und nicht wie bisher nur alle 4 Jahre den Landeswettbewerb austragen. „Für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern, aber auch für die Lehrpersonen eine ungemeine Erleichterung“, sagt Pedrotti. „Immerhin ist die Teilnahme an solchen Wettbewerben stets mit großem Aufwand verbunden, wenn diese nicht im Land stattfinden.“ <BR /><BR />Natürlich ist es Ziel, mit Tirol die bisher sehr gute Zusammenarbeit weiterhin zu pflegen, u.a. innerhalb der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke, im Bereich des von Tirol aus organisierten „Landesjugendsingens“, des „Alpenländischen Volksmusikwettbewerbes“ oder dem Euregio Landesblasorchester. Pedrotti findet es jedenfalls „sehr bedauerlich“, dass das Anliegen zum Politikum geworden ist, gehe es doch ausschließlich um die musikalische Nachwuchsarbeit, die hierzulande bestens aufgestellt sei.