Während der kontrovers geführten Debatte kam es am Donnerstagvormittag auf den Zuschauerrängen zu einer Protestaktion.Vizepräsidentin Julia Unterberger unterbrach daraufhin die Sitzung für kurze Zeit, da mehrere Zuschauer der Sitzung mit Aufschriften auf ihren T-Shirts (“Fälschen bringt kein Glück”; A.d.R.) gegen die vorgeschlagene Toponomastikregelung der SVP protestierten. Willensbekundungen von der Zuschauertribüne aus seien nicht zulässig, betonte Unterberger.Als die Zuschauer die Zuschauerplätze verließen und ins Foyer gingen, protestierte der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì (FLI).Auch das sei nicht zulässig bzw. brauche es eine Genehmigung, so Urzì, der kritisierte, dass die Vizepräsidentin dagegen nicht einschreite.Für die Kundgebung sei keine Genehmigung erteilt worden, betonte Unterberger.Es gebe eine Regelung für den Saal, aber keine für das Foyer. Sie schlug vor, über eine solche im Präsidium zu reden, aber es sei nicht einfach, hier Grenzen zu ziehen. Der Antrag wurde mit einer Ja-Stimme und 30-Gegenstimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.Als die Sitzung fortgesetzt wurde, sprach sich eine deutliche Mehrheit der Landtagsabgeordneten dagegen aus, die Bezeichnung “Alto Adige” in amtlichen Dokumenten abzulehnen. Der Antrag war von der Süd-Tiroler Freiheit (STF) eingereicht worden. Sven Knoll (STF) betonte, dass der offizielle italienische Name für Südtirol nur “Provincia autonoma di Bolzano” laute. Der Antrag wurde mit 7 Ja-Stimmen und 21 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.Stichwort: OrtsnamenfrageDie Frage der Ortsnamen ist seit Jahrzehnten ungelöst. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die deutschsprachigen Ortsnamen abgeschafft und durch italienische ersetzt. Mit dem Autonomiestatut von 1972 war das Recht zugestanden worden, dass die deutschen Ortsnamen wieder eingeführt werden, wobei auch die Pflicht zur Zweinamigkeit verankert wurde.