Montag, 05. August 2019

Putin droht mit neuen Raketen

Nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrages hat der russische Präsident Wladimir Putin die USA gewarnt, Russland könnte zur Entwicklung neuer Raketen „gezwungen” sein. Sollte Moskau von neuen US-Raketensystemen erfahren, werde es „gezwungen sein, mit der vollumfänglichen Entwicklung ähnlicher Raketen zu beginnen”, teilte der Präsident am Montag mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin denkt an den Bau neuer Waffen. - Foto: APA (AFP9
Der russische Präsident Wladimir Putin denkt an den Bau neuer Waffen. - Foto: APA (AFP9

Zugleich rief Putin die USA zu einem „ernsthaften” Sicherheitsdialog auf, um „Chaos zu vermeiden”. Washington war am Freitag formell aus dem INF-Abrüstungsvertrag von 1987 über nukleare Mittelstreckensysteme ausgeschieden und hatte die Entwicklung neuer Raketen angekündigt.

In der Kreml-Mitteilung wies Putin das russische Verteidigungsministerium, das Außenministerium und die Geheimdienste an, das Vorgehen der USA „aufmerksam” zu verfolgen. Er betonte, jeder Schritt Moskaus werde „ausschließlich auf Gegenseitigkeit” beruhen.

Putin zum Dialog bereit

Der russische Staatschef warnte vor einem „unbegrenzten Wettrüsten”. „Um ein Chaos zu vermeiden, in dem es keine Regeln, Grenzen oder Gesetze gibt, müssen noch einmal alle möglichen gefährlichen Konsequenzen abgewogen und ein ernsthafter und unmissverständlicher Dialog begonnen werden”, erklärte Putin und fügte hinzu: „Wir sind bereit dazu.”

Die USA weisen Russland die Verantwortung für das Ende der Abrüstungsvereinbarung zu. Washington wirft Moskau vor, mit dem neuen russischen Marschflugkörper 9M729 gegen das INF-Abkommen verstoßen zu haben. Diesen Vorwurf erhebt auch die NATO.

apa/ag.

stol