Im blutigen Syrienkonflikt hat Kremlchef Wladimir Putin Veränderungen in dem arabischen Land angemahnt und alle Seiten zu Verhandlungen aufgefordert. Das Wichtigste sei ein Ende der Gewalt, sagte Putin in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem englischsprachigen Staatsfernsehsender Russia Today. Am Verhandlungstisch müssten dann die Regierung und die „sogenannten Rebellen“ die Zukunft des Landes diskutieren. Erst dann könnten praktische Schritte zu internen Strukturen folgen, sagte Putin. Eine Lösung dürfe nicht von einer Seite diktiert werden.„Wir verstehen sehr gut, dass es dort Veränderungen geben muss, aber das heißt nicht, dass diese Veränderungen blutig sein müssen“, sagte der russische Präsident. Waffenlieferungen in das Konfliktgebiet müssten sofort gestoppt werden. Die UN-Vetomacht Russland ist ein enger Partner des Regimes in Damaskus und hat wiederholt betont, das syrische Volk müsse selbst über die Zukunft des umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad bestimmen.Im Weltsicherheitsrat müsse eine Lösung der Krise gefunden werden, sagte Putin. „Das ist ein komplizierter Prozess, aber nur als Resultat harter Arbeit können wir Erfolg haben.“ Der Kremlchef warnte, dass Al-Kaida-Kämpfer zur Durchsetzung von Zielen in Syrien eingesetzt würden. „Das ist eine sehr gefährliche und kurzsichtige Politik“, sagte Putin. Russland hat wiederholt betont, dass auf Seiten der syrischen Opposition auch radikale Islamisten kämpften.Syrien habe seine Chemiewaffen unter Kontrolle und werde sie auch nicht einsetzen, sagte unterdessen der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax. Das habe die Regierung in Damaskus garantiert, sagte Rjabkow.dpa