Kremlchef Wladimir Putin wies am Montag seine Regierung an, die Anstrengungen Zyperns und der Europäischen Union doch zu unterstützen. Die von Putin verordnete Hilfe aber ist nicht ganz selbstlos: Auf der Mittelmeerinsel liegt viel russisches – und ukrainisches – Kapital. Um wie viel Milliarden aus Russland es sich tatsächlich handelt, kann angeblich nicht einmal Moskau selbst ganz genau sagen. „Wir wissen nicht, ob es russisches Geld in den beiden größten zyprischen Banken gibt, die saniert werden sollen“, sagt Schuwalow. Auch in Moskauer Finanzkreisen herrscht Unklarheit, welche Auswirkungen der Rettungsplan denn nun auf russische Einlagen hat.Während manche Schätzungen von über 20 Milliarden Euro ausgehen, beziffert der zyprische Zentralbankchef Panikos Demetriades die Summe auf „4,943 bis 10,225 Milliarden Euro, je nach Zählweise“. Die größere Summe ergebe sich, wenn davon ausgegangen werde, dass alle Briefkastenfirmen Russen gehörten, meint der Top-Banker – und bestätigt indirekt Vorwürfe, dass die Mittelmeerinsel Unternehmern aus dem Riesenreich als Geldwäscheparadies dient.Doch diese Anschuldigungen weist Moskau scharf von sich. Der Anteil illegalen Vermögens sei „äußerst unbeträchtlich“, meint Vizepremier Schuwalow. „Zum größten Teil befinden sich russische Gelder völlig legal auf Zypern“, betont er. Gerne verweisen Moskauer Staatsmedien darauf, dass bei weitem nicht nur Steuersünder und halbseidene Geschäftemacher ihr Vermögen dort parken.dpa