Sonntag, 04. November 2018

Putin ruft am Einheitstag zu Patriotismus auf

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Bürger am Nationalfeiertag zu Einheit aufgerufen. In Krisenzeiten habe immer Geschlossenheit Russland gerettet, sagte er bei einer Feier zum Tag der nationalen Einheit in Moskau. „Das Gefühl des Patriotismus ist immer ein wichtiger Teil unserer Nationalkultur gewesen, das Mark unseres genetischen Gedächtnisses”, sagte er laut der Agentur Interfax.

Russland begeht seit 2005 den Tage der nationalen Einheit. - Foto: APA (AFP)
Russland begeht seit 2005 den Tage der nationalen Einheit. - Foto: APA (AFP)

Russland begeht seit 2005 den Tag der nationalen Einheit, der an die Vertreibung polnischer Truppen aus dem Kreml im Jahr 1612 erinnert. Am Denkmal für die Anführer dieser Befreiung auf dem Roten Platz legten Putin und der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill am Sonntag Kränze nieder. Im russischen Festtagskalender ersetzt der Tag die früheren Feiern zum Jahrestag der Oktoberrevolution am 7. November.

Parallel zu den offiziellen Feiern demonstrieren am 4. November jedes Jahr nationalistische und rechtsgerichtete Gruppierungen in Russland. Auch dieses Jahr nahmen Dutzende Ultranationalisten an einem Protestmarsch teil. Etwa 150 Demonstranten kamen am Sonntag zu der offiziell genehmigten Kundgebung am Rand der russischen Hauptstadt zusammen, wie eine Journalistin berichtete. Vier Teilnehmer wurden festgenommen, darunter drei Organisatoren. Auch in anderen Städten gab es einzelne Festnahmen, wie das Bürgerechtsportal OVD-Info mitteilte.

Demonstranten riefen „Nation, Freiheit, Sozialismus” oder „Freiheit für die politischen Gefangenen”. Die ultranationalistischen und rechtsextremen Gruppen stehen überwiegend in Opposition zu Wladimir Putin. Zuletzt hatte die Zahl der Demonstranten jedoch stetig abgenommen. Die rechtsextremen Gruppierungen Russlands sind wegen des Ukraine-Konflikts gespalten. Die einen unterstützen die pro-russischen Kämpfer im Osten der Ukraine, die anderen stehen hinter den ukrainischen Nationalisten. Einig sind sich die Rechtsextremen in ihrer Ablehnung der Einwanderung aus früheren Sowjetteilrepubliken.

apa/dpa

stol