Mehrere Länder wie die USA und China seien bereit, eine Friedenslösung zu unterstützen, sagte Putin. Letztlich müssten jedoch die Konfliktparteien selbst eine Lösung finden. Putin warf der Ukraine zudem erneut „Staatsterrorismus“ vor. Er bezog sich dabei auf ukrainische Warnungen vor Gefahren für den Flugverkehr im russischen Luftraum.<BR /><BR />Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte jüngst gesagt, das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. Aktuell verliere die russische Armee monatlich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten. Es würden aber nur 27.000 neue rekrutiert.<BR /><BR />Der Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, German Gref, zeigte sich besorgt über die russische Wirtschaft geäußert und warnte vor einem nachlassenden Konsum sowie einer anziehenden Inflation. „Der Konsum geht seit Juni zurück.. Das gibt Anlass zur Sorge“, sagte Gref ebenfalls auf dem Wirtschaftsforum. „Wir sehen erste Tendenzen.“ Das Anziehen der Teuerung führte er vor allem auf den Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine zurück. Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni.<BR /><BR />Präsident Putin bezeichnete das wachsende Haushaltsdefizit seines Landes hingegen als bewältigbar. Es bestehe kein „ernsthaftes“ Risiko für die russische Wirtschaft. Putin begründete seine Einschätzung mit der geringen Staatsverschuldung. „Wenn man bedenkt, dass wir eine der niedrigsten Staatsverschuldungen der Welt haben, gibt es hier nichts Ernsthaftes“, sagte er. Von Jänner bis Juli war das Defizit um 40 Prozent auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. Das offizielle Ziel für das Gesamtjahr liegt bei 1,6 Prozent.<BR /><BR />Hintergrund sind die steigenden Kosten des seit viereinhalb Jahren andauernden Krieges gegen die Ukraine. Zudem belasten ukrainische Drohnenangriffe auf wirtschaftliche Ziele wie Ölraffinerien in Russland die Konjunktur. Die Angriffe haben zu Treibstoffknappheit und höherer Inflation geführt. Die auch zur Finanzierung des Krieges wichtigen Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft brachen im August nach Angaben des Finanzministeriums um mehr als die Hälfte von 934 Milliarden Rubel im Vormonat auf 424 Milliarden Rubel ein (rund 4,5 Milliarden Euro).<BR /><BR />Vor diesem Hintergrund rückt auch die nächste Sitzung der russischen Zentralbank am 11. September verstärkt in den Blickpunkt. Der Leitzins liegt derzeit bei 14 Prozent, was von Wirtschaftsvertretern als Wachstumsbremse kritisiert wird. Putin erklärte jedoch, die aktuelle Geldpolitik sei nicht zu straff. Es sei wichtig, die Wirtschaft nicht „abzuwürgen“. Er verwies zudem auf staatliche Kreditprogramme, die Unternehmen auch im Hochzinsumfeld unterstützen sollen.<BR /><BR />Die Sberbank rechnet Gref zufolge dennoch für das laufende Jahr mit einem neuen Rekordgewinn. Das Geldhaus hatte 2025 trotz der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs ein Rekordergebnis von 1,7 Billionen Rubel (16,8 Milliarden Euro) erzielt.