Donnerstag, 06. Juni 2019

Putin stellt Verlängerung des US-Abrüstungsvertrags infrage

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Verlängerung des Waffenkontrollvertrags mit den USA „New START” infrage gestellt. „Wenn niemandem danach ist, das Abkommen zu verlängern - New START - nun, dann werden wir es nicht tun”, sagte Putin am Donnerstag in St. Petersburg mit Blick auf Washington . Moskau habe „100 Mal” seine Bereitschaft zur Verlängerung erklärt.

Russlands Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg. - Foto: APA (AFP)
Russlands Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg. - Foto: APA (AFP)

Der New-START-Vertrag zwischen den USA und Russland läuft im Jahr 2021 aus, er befasst sich mit der Reduktion der strategischen Atomwaffen. Moskau habe „hundert Mal” seine Bereitschaft zur Verlängerung erklärt, sagte Putin zu Journalisten am Rande des Wirtschaftsforums. Washington allerdings führe darüber „keinerlei Gespräche”. „Und im Jahr 2021 wird alles enden.”

Putin warnte vor den Folgen eines Auslaufens des New-START-Vertrags. „Es wird keine Instrumente geben, um einen Rüstungswettlauf einzuschränken, zum Beispiel für den Einsatz weltraumbasierter Waffen.” Die Folge sei, dass Atomwaffen „die ganze Zeit über jedem von uns schweben werden”.

Neue Waffengeneration soll Russland langfristig sichern

Zugleich versicherte der russische Staatschef, sein Land sei vorbereitet auf ein mögliches Ende des New-START-Abkommens. Derzeit werde eine neue Waffengeneration entwickelt, mit der die Sicherheit Russlands langfristig garantiert sei. Im Bereich der Überschallwaffen habe Russland die Wettbewerber mittlerweile sogar überholt, versicherte Putin.

Der New-START-Vertrag war im Jahr 2010 von den damaligen Staatschefs Barack Obama und Dmitri Medwedew in der tschechischen Hauptstadt Prag unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht eine Verringerung der Zahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe um gut ein Drittel auf jeweils 1550 (von 2200) sowie eine Begrenzung der Trägersysteme auf jeweils 800 (von 1600) vor.

apa/ag.

stol