Mittwoch, 10. Juni 2020

Putin und Erdogan telefonieren zu Libyen und Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Kremlchef Wladimir Putin über die Situation in Libyen gesprochen. Beide hätten sich tief besorgt darüber gezeigt, dass die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland andauerten und zu weiteren Opfern und Zerstörungen führten, teilte der Kreml am Mittwoch in Moskau mit.

Beide Regierungschefs zeigten sich besorgt wegen der Kämpfe im Bürgerkriegsgebiet.
Beide Regierungschefs zeigten sich besorgt wegen der Kämpfe im Bürgerkriegsgebiet. - Foto: © APA/afp / ALEXEY DRUZHININ
Putin forderte demnach erneut einen sofortigen Waffenstillstand und einen Dialog der Konfliktparteien, um den Krieg zu beenden. Bei dem Telefonat am Mittwoch sei es zudem um den Kampf gegen das Coronavirus gegangen, teilte das türkische Kommunikationsministerium mit.

Am Montag hatte Erdogan bereits mit US-Präsident Donald Trump am Telefon über die Situation in Libyen gesprochen. Einen Tag später tauschte sich Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Lage in dem Land aus.

Im Konflikt um Libyen in Nordafrika stehen Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten auf der Seite des Generals Khalifa Haftar. Die Türkei dagegen unterstützt die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarraj. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte am Samstag eine Initiative für eine neue Waffenruhe angekündigt, der Haftar zustimmte. Die international anerkannte Regierung lehnte die vorgeschlagene Feuerpause aber ab.

Putin und Erdogan sprachen bei ihrem Telefonat auch über die Lage im nordsyrischen Idlib und bekräftigten, an ihren bisherigen Vereinbarungen zur Lösung des Konflikts festhalten zu wollen. Die Präsidenten erinnerten dem Kreml zufolge auch an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern vor genau 100 Jahren. Beide Politiker sprachen sich demnach dafür aus, die Partnerschaft weiter auszubauen.

apa

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