Zuallererst sind am Samstag Themen zur Sprache gekommen, für die der Sechser- bzw. Zwölferkommission bereits Lösungsvorschläge vorliegen. So ging es etwa um eine neue Form von Wettbewerben im öffentlichen Dienst. „Wir sind der Meinung, dass die Bewerber mindestens eine Prüfung in der von ihnen angegebenen Muttersprache absolvieren müssen, um Missbräuche und opportunistische Sprachgruppenerklärungen auszuschließen“, so Durnwalder. Derzeit sei es nämlich häufig so, dass sich Bewerber einer Sprachgruppe zugehörig erklärten, für die Stellen ausgeschrieben werden, ohne aber unter Beweis stellen zu müssen, dass sie diese – ihre angebliche Muttersprache – auch beherrschen. Welche Bilanzen kontrolliert der Rechnungshof? Auch über die künftigen Zuständigkeiten des Rechnungshofes wurde diskutiert: „Es geht darum zu definieren, welche Bilanzen der Rechnungshof kontrolliert, für welche Körperschaften er zuständig ist, und für wen diese Kontrolle vom Land übernommen wird“, so Durnwalder. Diese Frage stelle sich vor allem für vom Land abhängige Körperschaften, etwa die Universität oder das Versuchszentrum Laimburg, aber auch für die Gemeinden. „Natürlich wäre die rechtssprechende Sektion des Rechnungshofes von einer solchen Änderung nicht betroffen“, erklärte Durnwalder. Zweisprachigkeit der staatlichen Behörden, ANAS und Flughafen BozenDurnwalder hat Frattini gegenüber auch die Zweisprachigkeit der staatlichen Behörden in Südtirol, den Übergang weiterer Staatsstraßen und zugehöriger Immobilien von der Straßenverwaltung ANAS ans Land, den Flughafen Bozen und die Arbeit der Flugsicherheitsbehörden sowie eine mögliche Übernahme der Aufgaben des Staatsarchives in Südtirol angesprochen. Alles Themen, die von der Regierung in der Sechser- oder Zwölferkommission in letzter Zeit mehr blockiert als vorangetrieben wurden. Zweisprachiger Polizeidienst Geht es nach Landeshauptmann Luis Durnwalder, sollte ein eigener Wettbewerb für die Aufnahme von Südtirolern in die Polizeieinheiten angedacht werden. Der Grund: Die Präsenz von Südtirolern in den Reihen der Polizei sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken: „Derzeit muss man drei Jahre im Herr dienen, bevor man in den Polizeidienst wechseln kann. Das ist eine Verpflichtung, die viele Südtiroler von einer Karriere in diesem Bereich abhält“, so der Landeshauptmann. Um aber einen zweisprachigen Polizeidienst in Südtirol bieten zu können, müsse alles unternommen werden, um Südtiroler im Besitz des Zweisprachigkeitsdiploms anzuwerben. "Der beste Wege wäre ein eigener Polizei-Wettbewerb für deutsche, italienische und ladinische Südtiroler, und zwar unter Umgehung der dreijährigen Heeres-Zugehörigkeit“, so Durnwalder. Finanzierung des Bozner RAI-Sitzes Zur Sprache kam unter anderem auch die Finanzierung des Bozner RAI-Sitzes, ein möglicher Übergang der Zuständigkeit für den Nationalpark Stilfserjoch an die beteiligten Länder und die ausständigen Durchführungsbestimmungen zum Mailänder Abkommen sowie eine mögliche Erhöhung der Zahl der Südtiroler Staatsräte. Vinschger Zugunglück: Staatliche Hilfe für betroffene Familien>Unterbreitet hat der Landeshauptmann auch den Wunsch nach einer staatlichen Hilfe für die Familien, der beim Unglück der Vinschger Bahn ums Leben Gekommenen.Und auch die Ermahnung, dass der Staat das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention endlich ratifizieren solle, fehlte beim „institutionellen Treffen“ zwischen Durnwalder und Frattini nicht. stol/lpa