Ohne Bürgermeister läuft nichts. Organisiert sind sie im Rat der Gemeinden, der zu jedem Landesgesetz ein Gutachten abgibt. Um Sprachgruppen, große und kleine Gemeinden zu berücksichtigen, ist die Zusammensetzung kompliziert. Eines ist aber neu: Damit man am Ende nicht wieder händeringend Frauen suchen muss, sind mindestens sechs zu nominieren – und zwar von Bozen, Meran, der italienischen Sprachgruppe sowie den Bezirken Salten/Schlern, Wipptal und Vinschgau.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1192704_image" /></div> <BR />Überall ging das flott. Italienische Vertreterin dürfte <b>Giorgia Mongillo</b> (Branzoll) sein; Meran entsendet Bürgermeisterin <b>Katharina Zeller</b>, die Vinschger <b>Verena Tröger</b> (Laas) und Salten-Schlern <b>Cristina Palanch</b>. „Das Wort Quote nehme ich nicht in den Mund, denn damit schiebt man Frauen in ein Eck. Die Kastelruther Bürgermeisterin hat sich bereit erklärt und wir unterstützen sie. Kein Thema“, sagt Bezirkspräsident Albin Kofler.<h3> Im Wipptal nun eine Frau am Zug</h3> Die Kür im Wipptal ist am Montag jedoch geplatzt. Bisher wurde es von <b>Martin Alber</b> (Brenner) vertreten, jetzt muss es eine Frau sein: Einzige Bürgermeisterin ist <b>Verena Überegger</b> von der Bürgerliste Freienfeld. „Lieber als mich zu wählen, versucht die SVP, mit anderen Bezirken zu tauschen, auf dass diese die Frau stellen und das Wipptal einen Mann. Ein Armutszeugnis“, giftet Überegger.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1192707_image" /></div> <BR />Etwas anders ist die Erklärung der SVP. „Wir sind nicht nur Bürgermeister, sondern auch Parteimenschen. Man drückt uns eine Bürgermeisterin aufs Auge, die nicht der Mehrheit der Bürgermeister im Wipptal angehört“, so Alber. Heute wird gewählt. Das Kräfteverhältnis ist 3:2 für die SVP. „Wir können andere Bezirke fragen, ob sie eine Frau schicken oder eine der zwei SVP-Vizebürgermeisterinnen wählen“, so Alber. Laut Bezirksobmann Sebastian Helfer wird es <b>Maria Rabensteiner</b> (Pfitsch) oder <b>Brigitta Schölzhorn</b> (Brenner). Für den Tausch reiche die Zeit nicht. Und auch die Bereitschaft wäre nicht da. <h3> Andreas Schatzer weiterhin Präsident</h3> Das Burggrafenamt stellt die meisten Bürgermeisterinnen, hat sich aber auf <b>Robert Tschöll</b> (St. Leonhard) geeinigt. Das Pustertal nominiert <b>Dominik Oberstaller</b> (Welsberg), das Eisacktal <b>Andreas Schatzer</b>. Die Kleingemeinden entsenden <b>Michael Epp</b> (Truden). Der hatte im Vorfeld zwar wissen lassen, dass er seinen Platz freigeben würde, um die Frauenvertretung zu sichern. „Aber nicht, damit das Wipptal weiter einen Mann schicken kann“, stellt Epp klar. <BR /><BR />Der Rat der Gemeinden hat 17 Vertreter. 16 werden nominiert. Der 17. wird hingegen genauso wie der Präsident von der Vollversammlung der Bürgermeister im August gewählt. Die Burggräfler möchten Sonja Plank (Hafling) durchbringen.<BR /><BR /> Präsident bleibt Schatzer, den Damen steht aber eine Vizepräsidentschaft zu. Da der italienische Vize stets der Bürgermeister von Bozen ist und die Ladiner keine Frau stellen, wird die deutsche Vizepräsidentschaft weiblich sein.