„Standard&Poor's“ (S&P) hat das Rating der Region ausgesetzt.Wegen fehlender Informationen über die Bilanzen musste die Ratingagentur ihre Bewertung Siziliens vorübergehend aussetzen. Die Ratingagentur hat Sizilien drei Monate Zeit gegeben, um Informationen über Liquidität, Cash Flow und Details der Bilanzen zu liefern.„Die Bilanzen sind in Ordnung. Es gibt italienische Regionen, deren Zustand schlimmer als unserer ist. Wir haben Liquiditätsprobleme, doch unsere Bilanz beträgt 27 Milliarden Euro, die Schulden 5,2 Milliarden Euro. Es besteht keine Pleite-Gefahr“, erklärte Gaetano Armao, „Finanzminister“ der Region Sizilien.Der italienische Premier Mario Monti und der Präsident der Region Sizilien, Raffaele Lombardo werden kommende Woche die Chefs der Ratingagenturen treffen und ihnen versichern, dass die Lage auf Sizilien nicht besorgniserregend sei.Die Regierung in Rom werde mit einer Finanzspritze von 400 Millionen Euro die Schulden teilweise eindämmen. Die Regionalregierung sei von Liquiditätsproblemen belastet, die mit einer bereits geplanten Geldspritze behoben werden können, verlautete aus Regierungskreisen in Rom.Präsident Lombardo, gegen den Ermittlungen wegen Mafia-Verstrickungen laufen, soll bis Ende des Monats zurücktreten, was den Weg zu Regionalwahlen im Herbst ebnen soll. Die Wahlen gelten als Test vor den Parlamentswahlen in Italien im kommenden Frühjahr.Seinen Rücktritt könnte Lombardo bereits am kommenden Dienstag bei einem Treffen mit Monti einreichen. Am vergangenen Dienstag hatte Monti Lombardo in einem Brief aufgefordert, nochmals zu bestätigen, dass er wie Mitte Mai angekündigt bald sein Amt zurücklegen wird.Dabei hatte sich Monti „zutiefst besorgt“ über eine mögliche Pleite der sizilianischen Insel geäußert. Die autonome Region hat nach Einschätzung von Kritikern einen übermäßig aufgeblähten Verwaltungsapparat. Trotz der hohen Verschuldung wurde die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst 2011 noch einmal um mehr als 30 Prozent erhöht.Die Arbeitslosenquote Siziliens ist mit 19,5 Prozent doppelt so hoch wie der italienische Durchschnitt. So ist die Forderung laut geworden, dass Rom die Kontrolle über Sizilien an sich reißen müsse.Der Präsident der sizilianischen Unternehmer, Ivan Lo Bello, drängt Monti, die Insel unter Aufsicht eines von Rom ernannten Kommissars zu stellen. „Sizilien steht vor dem Abgrund eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Mit einem Loch von fünf Milliarden Euro droht der Insel eine Zukunft wie Griechenland“, warnte Lo Bello. apa