Donnerstag, 21. Mai 2020

Razzia im Gesundheitsressort - Widmann: „Aktion unnötig und befremdlich“

Nachdem am Donnerstag die Räumlichkeiten des Gesundheitsressorts von Beamten der Carabinieri-Sondereinheit NAS aus Trient zusammen mit den Carabinieri des Landeskommandos in Hinblick auf den Ankauf der Schlauchtücher durchsucht und eine ganze Reihe von Akten beschlagnahmt worden waren, meldete sich nun der Gesundheitslandesrat Thomas Widmann zu Wort.

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.
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Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. - Foto: © DLife/DF
Wie berichtet, war die Ermittlung infolge einer Eingabe der Fünf-Sterne-Bewegung eingeleitet worden, weil sie von einer Verwandschaft zwischen Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und dem Hersteller der Halstücher ausgegangen waren. Die Inhaber des beauftragten Unternehmens Texmarket sind Cousins des Sanitätslandesrats. Die Ermittlung wird vom Bozner Staatsanwalt Igor Secco koordiniert.

„Diesen Vorhaltungen liegt nichts zugrunde“

Thomas Widmann weist im Gespräch mit STOL alle Vorwürfe von sich und zeigt sich schockiert über die Vorgehensweise:

„Ich bin der Überzeugung, dass der Staatsanwalt bei gründlicher Recherche sofort hätte verstehen müssen, dass dieser Vorhaltung nichts zugrunde liegt. Vielmehr, dass es sich mittlerweile um eine Maßnahme mit europaweitem Vorzeigecharakter handelt. Man hätte somit vermeiden können, dass, zusätzlich zum bereits weitgehend blockierten Justizsystem auch noch die unter äußerstem Druck stehende Gesundheitsbehörde in ihrer Arbeit behindert wird. Das war, wie sich herausstellen wird, nicht notwendig.“

„Ein halbes Heer ist aufgelaufen“

„Befremdlich und für die Mitarbeiter des Assessorats geradezu erschreckend ist aber der Aufwand, mit dem die Ermittlung durchgeführt wird. Mehr als ein Dutzend, ein halbes Heer, sei angelaufen“, so der Landesrat.

„Diese Erfahrung mit den staatlichen Behörden habe ich leider schon öfters machen müssen“, so Widmann weiter. „Kaum Hilfe, wenn man sie braucht, bürokratische Schwierigkeiten, wenn man schnelle Lösungen benötigt, und im Nachhinein wird man an den Pranger gestellt.“

„Der Aufwand ist – wie sich bald zeigen wird – umsonst. Er wäre anderswo besser eingesetzt.“

stol