Dienstag, 16. Juni 2020

Razzien gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger in der Türkei

Die türkischen Behörden haben in zahlreichen Provinzen Razzien in Verbindung mit dem Putschversuch vor fast vier Jahren durchgeführt. Die Festnahme von 318 Verdächtigen sei angeordnet worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Darunter seien aktive und ehemalige Soldaten.

Die türkische Führung geht seit dem Putschversuch gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger, aber auch gegen Oppositionelle vor. Im Bild: Fethullah Gülen lebt im US-Exil.
Die türkische Führung geht seit dem Putschversuch gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger, aber auch gegen Oppositionelle vor. Im Bild: Fethullah Gülen lebt im US-Exil. - Foto: © APA/afp / THOMAS URBAIN
Den Verdächtigen würden Verbindungen zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, den die türkische Führung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht. Seine von Ankara als FETÖ bezeichnete Organisation steht in der Türkei auf der Terrorliste. Die Behörden werfen der Gülen-Bewegung unter anderem vor, den Staat unterwandert zu haben.

Die türkische Führung geht seit dem Putschversuch gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger, aber auch gegen Oppositionelle vor. Wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Putschversuch wurden nach offiziellen Angaben rund 20.000 Militärangehörige entlassen. Ehemals hatte Gülen den heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und die Politiker seiner islamisch-konservativen AK-Partei unterstützt.

apa/dpa