Montag, 25. September 2017

Reaktionen auf Glyphosat-Angriff: Schuler ruft zu Mäßigung auf

Auf die Besprühung einer Apfelanlage eines Malser Bauern mit Glyphosat durch Unbekannte reagiert Agrarlandesrat Schuler mit einem Aufruf zur Mäßigung. Auch die Grünen und der Bauernbund hat sich geäußert.

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler ruft zur Mäßigung auf beiden Seiten auf.
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Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler ruft zur Mäßigung auf beiden Seiten auf.

"Diese Eskalation", unterstreicht Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, "ist auf das Schärfste zu verurteilen". Deshalb rufe er alle einerseits zur Mäßigung in der Ausdrucksweise auf, um nicht bewusst Hass und Ärger zu schüren. Andererseits seien auch Sachbeschädigungen zu unterlassen, mit denen den betroffenen Bauern enorme Schäden zugefügt würden.

Außerdem ersucht Landesrat Schuler alle Bürger um Zusammenarbeit und fordert dazu auf, eventuelle Beobachtungen zu melden.

Er habe sich, führt Landesrat Schuler aus, darum bemüht, einerseits die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und andererseits mit Argumenten und Fakten die tatsächliche Situation der Südtiroler Landwirtschaft darzustellen.

Pflanzengesundheit in den Mittelpunkt stellen

Zudem, betont er, sei es ihm ein Anliegen, "Konflikte innerhalb der Landwirtschaft zu lösen und die wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung zu forcieren, Abstandsregelungen und die Verwendung von neuen Techniken beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln voranzutreiben". 

So wurde für das heurige Jahr - trotz der schwierigen Voraussetzungen in Italien - ein Abkommen auch zwischen Obst-  und Grünlandbauern abgeschlossen, um ein gutes Miteinander zu gewährleisten. 

Seit drei Jahren ist eine Abstandsregelung zu sensiblen Zonen wie Kindergärten und Schulen, Krankenhäusern und Spielplätzen in Kraft; auch in diesem Jahr wurden wieder entsprechende Rückstandsanalysen durchgeführt. Auf wissenschaftlicher Basis wird das Thema Pflanzengesundheit immer mehr in den Mittelpunkt gerückt, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren.

Auch Reaktion von Bauernbund

„Dieser Akt der Zerstörung – noch dazu kurz vor der Ernte – schockiert mich und ich fühle mit dem Betroffenen. Solche Taten sind aufs Schärfste zu verurteilen“, schreibt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler in einer Aussendung.

Für den Bauernbund überschreiten derartige Vandalenakte jede moralische und rechtliche Grenze. „Hinterrücks das Eigentum anderer beschädigen, ist nicht nur verwerflich, sondern eine klare Straftat“, erklärt Tiefenthaler. Der Bauernbund hoffe, dass die Ordnungshüter den oder die Täter des Vandalenaktes in Kortsch sowie jener in Partschins ausfindig machen.

Zugleich warnt der Bauernbund vor Vermutungen und voreiligen Schlüssen. „Voreilige Schuldzuweisungen können auch wieder Unschuldige treffen“, betont Tiefenthaler, der vielmehr zur Solidarität unter den Bauern aufruft, egal welche Anbauweise sie betreiben.

Grüne empört

Auch die Grünen meldeten sich am Montag zu Wort. „Ein derart hinterhältiger, von übelster Aggression getragener Angriff ist schärfstens zu verurteilen. Wer so auf die Existenz und den Einsatz eines Bauern zielt und mit so gezieltem Vernichtungswillen vorgeht, muss von äußerster Bösartigkeit getrieben sein“, hieß es in einer Aussendung.

stol

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