Freitag, 03. Februar 2017

Rechnungshof kritisiert: BBT doppelt so teuer

Der österreichische Rechnungshof lässt dieser Tage kein gutes Haar am Megaprojekt Brennerbasistunnel.

Heftige Kritik am Baumanagement des BBT übt dieser Tage der österreichische Rechnungshof. - Foto: BBT SE
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Heftige Kritik am Baumanagement des BBT übt dieser Tage der österreichische Rechnungshof. - Foto: BBT SE

Laut Informationen des Wiener „Standard“, einer österreichischen Tageszeitung, haben die österreichischen Rechnungsprüfer dem österreichischen Nationalrat einen 140-Seiten-langen Bericht zukommen lassen, in dem sie die Professionalität der Bauherren des BBT in Frage stellen.

Denn: „Halbwegs valide Kostenschätzungen lagen bei Beschluss zum Bau des Lieblingsbauwerks der Tiroler durch die Bundesregierung augenscheinlich nicht vor“, fasst „Der Standard“ online zusammen.

So war man 2002 noch von Gesamtkosten von 4,5 Milliarden Euro ausgegangen, 2013 waren es jedoch bereits 8,66 Milliarden Euro. 2002, so kritisiert der Rechnungshof, habe man beispielsweise die Kosten für den Probebetrieb nicht einberechnet. Dazu kamen Auflagen im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Von Seiten des österreichischen Verkehrsministeriums und der ÖBB-Infrastruktur hieß es, der Kostenvergleich von 2002 und 2013 sei „nicht sachlich“.

Hier endet die Kritik des Rechnungshofes allerdings nicht: Ebenso ungewiss wie die Gesamtkosten des BBTs seien die Zulaufstrecken in Italien und Bayern, heißt es im „Standard“-Bericht. Die Zubringerstrecken würden wohl erst Jahre nach dem Haupttunnel fertig, hier fehlten nämlich völkerrechtliche Verträge.

stol

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