Montag, 14. Januar 2019

Rechtspartei fordert Auslieferung von Südtirol-Aktivisten

Nach der Festnahme und Heimkehr des ehemaligen Linksextremisten Cesare Battisti hat die italienische Rechtspartei „Brüder Italiens“ (Fratelli d'Italia – FdI) die Auslieferung des ehemaligen Südtirol-Aktivisten Heinrich Oberleiter an Italien gefordert. Der in Deutschland lebende Oberleiter hatte jüngst ein Gnadengesuch an den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella gerichtet.

Der 77-jährige Heinrich Oberleiter, der in Italien zweimal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, lebt in Gössenheim in Bayern.
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Der 77-jährige Heinrich Oberleiter, der in Italien zweimal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, lebt in Gössenheim in Bayern. - Foto: © D

„Wir feiern die Battistis Festnahme, wir fordern aber, dass mit derselben Entschlossenheit Gerechtigkeit gegenüber jenen Kriminellen garantiert wird, die Bomben und Trauer in Südtirol gesät haben, angefangen bei Heinrich Oberleiter“, forderte der Südtiroler Landtagsabgeordnete von Fratelli d'Italia, Alessandro Urzi, laut Medienangaben. „Die italienischen Behörden haben seit Jahren die Flüchtigen vergessen, die in Österreich und Deutschland Zuflucht gesucht haben und dort Straffreiheit und oft auch Ehre genossen haben, während in Italien ihre Rechnungen mit der Justiz und den Opfern ihrer Taten noch offen geblieben sind“, hieß es in einer Presseaussendung.

Der 77-jährige Oberleiter, der in Italien zweimal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, lebt in Gössenheim in Bayern. Das Gnadengesuch hatten die drei Kinder Oberleiters an den italienischen Staatspräsidenten gerichtet. (STOL hat berichtet)

Oberleiter war zusammen mit den anderen drei „Pusterer Buam“ Sepp Forer, Siegfried Steger und dem 2006 verstorbenen Heinrich Oberlechner wegen verschiedener, in den 1960er Jahren verübter Anschläge von den Schwurgerichten Bologna und Florenz zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Oberleiter wurde ein Mord an einem Carabiniere vorgeworfen. Er flüchtete 1968 nach Österreich. Nach dem Gnadengesuch muss nun die Oberstaatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Brescia ein Gutachten erstellen. In Brescia war Oberleiter 1974 wegen eines Anschlags auf den Zug Brennerexpress verurteilt worden.

apa/stol

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