Montag, 06. Juli 2020

„Reduzierung der Unterrichtszeit ist inakzeptabel“

Wie genau der geregelte Schulbetrieb im Herbst aussehen wird, steht aktuell noch in den Sternen. Die Mitglieder des Team K Francesca Schir, Maria Elisabeth Rieder und Alex Ploner fordern konkrete Informationen für das kommende Schuljahr und erklären, warum eine Reduzierung der Unterrichtszeit nicht tragbar ist.

Wie genau der Unterricht zu Schulbeginn ablaufen wird, ist aktuell noch nicht klar.
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Wie genau der Unterricht zu Schulbeginn ablaufen wird, ist aktuell noch nicht klar. - Foto: © shutterstock
„Kinder und Jugendliche haben das Recht, die Schule zu besuchen, in der Schule zu lernen und ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Kinder und Jugendliche erleben in der Schule eine Gemeinschaft, die für die emotionale Bildung und Sozialkompetenz notwendig ist“, meint Francesca Schir.

Die Vorschläge der Bildungsdirektion zum Schulstart im Herbst berufen sich zwar auf das Recht auf Bildung und Chancengleichheit für alle, jedoch werde keine Rücksicht auf unterschiedliche Realitäten vor Ort genommen, meint Maria Elisabeth Rieder, Abgeordnete des Team K.

„Keine Rücksicht auf unterschiedliche Realitäten“

„Die räumliche und personelle Ausstattung, sowie die Schülerzahlen und Bedingungen variieren von Schule zu Schule. Sehr viele Bildungseinrichtungen auf dem Land berichten, dass sie absolut in der Lage wären, geregelten Unterricht unter Einhaltung der Abstands- und Sicherheitsregeln zu gewährleisten“, berichtet die Team-K-Abgeordnete Maria Elisabeth Rieder.

Sollten Schulen nicht ausreichende räumliche Möglichkeiten haben, seien Land und Gemeinden gefordert, diese zu suchen, gegebenenfalls zu finanzieren und bereitzustellen. Aus diesem Grund sei es völlig inakzeptabel, mit einem generellen Beschluss allen Schulen im Land eine Reduzierung des Unterrichts vorzuschreiben, meint Rieder.

Ploner: „Weiterbildung notwendig, um gerüstet zu sein

Die Monate im Fernunterricht haben Lücken im System aufgezeigt, die es zu schließen gelte. Wenige Schulen seien auf den digitalen Unterricht vorbereitet, es habe an Lernplattformen und digitalen Kompetenzen der Lehrpersonen gemangelt, ganz zu schweigen von der digitalen Infrastruktur der Schüler, meint das Team K.

„Vor Schulbeginn im Herbst wäre Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen im Kommunikations- und Informationsbereich dringend notwendig, nicht nur um für einen möglichen zweiten Lockdown gerüstet zu sein, sondern auch um den Schülern die Kompetenzen zu vermitteln, die seit Jahren in den Rahmenrichtlinien vorgesehen sind. Bei allen Lehr-Lern-Modellen müssen die Lernenden im Zentrum stehen“, so Abgeordneter Alex Ploner.

Das Team K fordert die Einrichtung von vernetzbaren Lernplattformen an allen Schulen, sowie die Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien auf den Plattformen. Neben den Schulbüchern als Leihgabe müsse den Schülern auch die digitale Infrastruktur leihweise zur Verfügung gestellt werden.

„Reduzierung der Unterrichtszeit geht zu Lasten der Lernenden“

Besonders kritisch sieht das Team K die vorgesehene Reduzierung der Unterrichtszeit von ca. 30 Prozent in der Grundschule, 20 Prozent in der Mittelschule und 10 Prozent in der Oberschule. „Nach 3 Monaten Fernunterricht ist eine Reduzierung der Unterrichtszeit absolut inakzeptabel und geht zu Lasten der Lernenden. Es entsteht ein Lernrückstand, der nur schwer aufgeholt werden kann“, unterstreicht Ploner.

„Der Sommer hat begonnen und Informationen über die inhaltlichen Vorbereitungen für das kommende Schuljahr an die Lernenden und ihre Eltern sind sehr vage und müssen dringend konkret werden“, sagen Rieder, Schir und Ploner abschließend.


stol

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