Montag, 02. Oktober 2017

Referendum in Katalonien: Südtirols Politik gespalten

Das Referendum in Katalonien ist vorbei, 90 Prozent der Wähler haben sich für die Unabhängigkeit entschieden. Während sich die Süd-Tiroler Freiheit erfreut zeigt, geben sich die Grünen skeptisch, was das für die EU bedeuten könnte.

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Foto: © LaPresse

In ihrer Aussendung am Montag gratuliert die Süd-Tiroler Freiheit den Kataloniern zu dem historischen Wahlergebnis. 

„Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde damit auf eine neue Ebene gehoben und ein Präzedenzfall für andere Völker geschaffen, die ebenfalls die Freiheit anstreben. Es ist dies eine Sternstunde der Demokratie.“

Die EU könne Katalonien nun nicht länger ignorieren und sollte als Vermittler auftreten, um die Unabhängigkeit von Spanien sowie die Gründung des neuen Staates geordnet und friedlich zu gestalten, so die Süd-Tiroler Freiheit. 

„Die Katalanen haben mit ihrer Wahl deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie keine Spanier sind und nicht mehr zu Spanien gehören wollen. Keine Verfassung darf ein Volk in einem fremdnationalen Staat einsperren.“

Grüne: Nach der scheinbar klaren Entscheidung droht neue Konfrontation

Weitaus kritischer zeigt sich die Grüne Partei: „Wir stehen den Unabhängigkeitswünschen in Katalonien zwar mit Verständnis für die Begründungen, aber insgesamt skeptisch gegenüber. Sie wäre ein ‚Sprung ins Dunkle‘, der zwar die Eigenstaatlichkeit von Catalunya im Blick hätte, aber von schweren Hypotheken belastet bliebe – und schließlich auch das wirtschaftliche und soziale Gleichgewicht Spaniens völlig verändern würde, wahrscheinlich nicht zum Positiven hin.“

Für Südtirol biete der Fall Katalonien eine eindeutige Lektion: „Das Drängen auf Selbstbestimmung bedeutet auch in einer dafür aufgeschlossenen, weltoffenen Region wie Katalonien eine unheilvolle Spaltung mit unabsehbaren Folgen. Ihre Anrufung klingt zwar nach sakrosanktem Völkerrecht, die Umsetzung der Selbstbestimmung ist jedoch politisch, gesellschaftlich und vor allem im Zusammenleben der Menschen ohne grundlegenden Konsens auf allen Ebenen denkbar nachteilig.“

stol

stol