Samstag, 03. Dezember 2016

Referendum: Wahlkampf zu Ende

Der Wahlkampf für das Verfassungsreferendum ist am Freitagabend mit den letzten Appellen von Premier Matteo Renzi und den Gegnern der Verfassungsänderung zu Ende gegangen. Damit tritt eine „Werbepause“ vor dem Urnengang am Sonntag ein.

Premier Renzi am Freitagabend in Florenz.
Premier Renzi am Freitagabend in Florenz. - Foto: © LaPresse

Der letzte Tag vor dem Referendum am Sonntag darf laut italienischem Gesetz nicht mehr für Auftritte und Werbung genützt werden. So soll den Wählern Zeit gegeben werden, eine Entscheidung zu treffen.

Die Veröffentlichung von Umfragen war in den letzten beiden Wochen vor der Volksentscheidung verboten, jedoch lag das „Nein“-Lager mit etwa sieben Prozentpunkten vor dem „Ja“.

Viele Politexperten rechnen mit einer Niederlage Renzis, was zum Rücktritt des seit fast drei Jahren amtierenden Ministerpräsidenten führen könnte.

Renzis große Hoffnung vor dem „Schicksalsreferendum“ sind die unentschlossenen Wähler. Genau diese will er seinen Äußerungen zufolge nun über das Wochenende noch erreichen. „Es gibt noch viele Unentschiedene. Wir müssen jeden einzelnen überzeugen, mit 'Ja' zu stimmen. In diesen letzten zwei Tagen setzen wir alles auf eine Karte. Wir stehen einen Schritt vor dem Erfolg“, sagte Renzi am Freitagabend vor tausenden Menschen in Florenz.

Eine Grafik, die das Referendum in zehn Schritten erklärt, finden Sie hier.

Renzi müde, aber zuversichtlich

Nach einem mehrmonatigen Wahlkampf sei er „ein wenig müde“, doch fest überzeugt, dass er die Aufholjagd gewinnen werde, versicherte Renzi.

Der Sieg sei eine Notwendigkeit, um den Reformprozess in Italien zu beschleunigen und das Land zu modernisieren. „50 Millionen Wähler haben die Chance, eine neue Seite der Geschichte zu schreiben“, versicherte der Premier.

Auf die klare Frage, ob er bei einer Niederlage zurücktreten werde, antwortete Renzi: „Alle fragen mich, was im Fall eines 'Nein'-Sieges geschieht. Ich habe klar im Kopf, was geschieht, wenn das 'Ja ´' gewinnt. Italien wird Leader in Europa“, versicherte Renzi.

apa/stol

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In der Wochenendausgabe des Tagblatts Dolomiten finden Sie zudem 10 Beweggründe für ein 'Ja' bzw. ein 'Nein' aus Südtiroler Sicht.

stol