Mittwoch, 15. September 2021

Referendum zu Sterbehilfe – Petition zu legalem Cannabis-Anbau

Eine Petition zur Legalisierung von Sterbehilfe in Italien hat 900.000 Unterschriften für das Abhalten eines Volksentscheids erhalten. 318.500 unterzeichneten die Petition online. Damit wurde die für ein Referendum nötigen 500.000 deutlich überschritten, wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten. Außerdem hat am Samstag auch eine Unterschriftensammlung für ein Referendum zur Legalisierung des Cannabis-Anbaus begonnen.

In Italien finden derzeit 2 Unterschriftensammlungen statt: Für aktive Sterbehilfe und die Legalisierung von Cannabis.
In Italien finden derzeit 2 Unterschriftensammlungen statt: Für aktive Sterbehilfe und die Legalisierung von Cannabis. - Foto: © ANSA / Alberto Valdes / Gráfica
Die Organisatoren der Petition zur Legalisierung von Sterbehilfe fordern eine Abstimmung über das bisherige Verbot von Sterbehilfe. In Italien droht für Beihilfe zum Suizid bisher eine Gefängnisstrafe von 5 bis 12 Jahren. 2019 führte das Verfassungsgericht eine Ausnahme für unheilbar kranke Patienten ein, die „durch Behandlungen am Leben gehalten werden“, unter den Folgen ihrer Krankheit seelisch und körperlich „unerträglich“ leiden und noch selbst „frei und bewusst“ Entscheidungen treffen können. Alle anderen Menschen haben keinen Zugang zur Sterbehilfe.

Die Initiatoren des Referendums wollen aktive Sterbehilfe für alle Patienten ermöglichen, die „Hilfe von anderen benötigen, um ihre eigenen Leiden zu beenden“. Eine Abstimmung könnte frühestens kommendes Jahr stattfinden.

In Italien hat am Samstag auch eine Unterschriftensammlung für ein Referendum zur Legalisierung des Cannabis-Anbaus begonnen. Die Initiatoren der Kampagne haben das Ziel, bis Ende September 500.000 digitale Unterschriften zu sammeln und sowohl ein Ende der strafrechtlichen als auch der administrativen Folgen des Cannabis-Anbaus herbei zu führen.

Die Ausgaben für den Konsum verbotener Substanzen in Italien bezifferten sie auf jährlich 16,2 Milliarden Euro, die direkt dem organisierten Verbrechen zufließen würden. Davon stammten 6,3 Milliarden Euro (39 Prozent der Gesamtsumme) aus dem Schwarzmarkt für Cannabis. „Die Legalisierung der Produktion, des Handels und des Vertriebs von Cannabisderivaten würde der Drogenmafia enorme Geldbeträge entziehen“, so die Initiatoren der Referendumskampagne.

apa/stol