Montag, 12. November 2018

Referendum zu Liberalisierung von Roms Nahverkehrssystem gescheitert

Ein Referendum über die Liberalisierung von Roms ineffizientem Nahverkehrssystem ist am Sonntag am Quorum gescheitert. Lediglich 16,3 Prozent der wahlberechtigten Römer beteiligten sich an der Volksbefragung. Um gültig zu sein, wäre eine Beteiligung von 33 Prozent notwendig gewesen.

Ein Referendum über die Liberalisierung von Roms ineffizientem Nahverkehrssystem ist am Sonntag am Quorum gescheitert.
Ein Referendum über die Liberalisierung von Roms ineffizientem Nahverkehrssystem ist am Sonntag am Quorum gescheitert. - Foto: © shutterstock

Lediglich 386.900 von 2,36 Millionen Wahlberechtigten gingen zu den Wahllokalen, um ihre Stimme abzugeben, ging aus den offiziellen Wahlergebnissen am Sonntagabend hervor. 74 Prozent der Wahlbeteiligten stimmten für die Liberalisierung, was den Einstieg von Privaten in die marode Nahverkehrsgesellschaft ATAC ermöglicht hätte.

ATAC betreibt Busse, das Straßenbahnnetz, die U-Bahn-Linien A, B und C sowie die Züge in die Vororte. Das Unternehmen hat 11.500 Angestellte und ist einer der großen Arbeitgeber der Stadt. Die Fünf-Sterne-Bewegung, die mit Bürgermeisterin Virginia Raggi an der Spitze seit Juni 2016 die italienische Hauptstadt regiert, stemmt sich gegen die Liberalisierung und will sich weiterhin um eine Sanierung der schwerverschuldeten ATAC, der größten Nahverkehrsgesellschaft Europas, bemühen.

„Mit diesem Referendum haben die Römer klar gesagt, dass ATAC in öffentlicher Hand bleiben soll“, meinte die Bürgermeisterin. Die Initiatoren des Referendums, die Radikale Partei und die europaorientierte Gruppierung Piu Europa um Ex-Außenministerin Emma Bonino, sehen in der Liberalisierung des Nahverkehrssystems den einzigen Weg, um Rom effizientere Verkehrsmittel zu garantieren. Fahrzeuge und Infrastrukturen gelten als veraltet.

apa

stol