Die Reform solle in Angriff genommen werden, sobald das Parlament das Föderalisierungsgesetz verabschiedet habe, kündigte Reformenminister Umberto Bossi am Freitag an. Die Steuerreform sei das wichtigste Projekt im Wirtschaftsbereich, das das Kabinett umsetzen wolle.Berlusconi will das verworrene Steuersystem reformieren, dessen Grundzüge noch aus den 60er Jahren stammen. Die Modernisierung des komplizierten Systems nannte Finanzminister Giulio Tremonti kürzlich die „Reform aller Reformen“. Er handelt unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds (IWF), der in seinem jüngsten Italien-Bericht die Regierung Berlusconi zu strukturellen Reformen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung aufgerufen hat.Gleichzeitig will die Regierung auch an die Umsetzung ihres Sparplans arbeiten, der bereits Resultate zeigt. Unter dem Druck der Sparpolitik des Mitte-Rechts-Kabinetts ist im vergangenen Jahr die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst um 1,89 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das entspricht 64.000 Stellen. Das ist vor allem den Einschnitten im Schulwesen zuzuschreiben, in dem über 55.000 Jobs verloren gingen.Insgesamt sind 3,31 Millionen Italiener im öffentlichen Dienst beschäftigt, im Vorjahr waren es noch 3,37 Millionen. 34,7 Prozent der Staatsbeamten arbeiten in Norditalien, in den mittelitalienischen Regionen sind es 31,8 Prozent und im Süden 33,3 Prozent. Trotz der Einsparungen lasten die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung schwer auf den Staatskassen. Hatte der Staat 2007 noch 156,1 Milliarden für die öffentliche Verwaltung ausgegeben, so stieg diese Zahl 2009 auf 168,1 Milliarden Euro. apa