Die Regierung Monti habe die Reform in aller Eile auf die Tagesordnung des Plenums des Senates gesetzt, obwohl der Gesetzestext noch nicht einmal vom Verfassungsausschuss geprüft und genehmigt worden sei, betonen die SVP-Senatoren Oskar Peterlini und Manfred Pinzger.Die Regierung will, dass für verschiedene regionale Zuständigkeiten wieder der Staat zuständig ist. „Dank unseres Widerstandes ist dieser Plan gescheitert“, so die SVP-Senatoren Peterlini, Pinzger und Thaler-Ausserhofer. Manfred Pinzger, der in seiner Funktion als Vizepräsident der parlamentarischen Autonomiefraktion an der Sitzung der Fraktionsvorsitzenden teilnahm, stimmte gegen das Vorhaben der Regierung, die Verfassungsreform bereits nächste Woche auf die Tagesordnung der Plenarsitzung zu setzen. Im Plenum intervenierte hingegen Peterlini und bezeichnete die Vorgehensweise der Regierung Monti dem Parlament gegenüber als völlig inakzeptabel. Auf Antrag der Südtiroler Senatoren und dank der Unterstützung der Lega Nord, des PD und einzelner Senatoren gelang es diesen Tagesordnungspunkt wieder zu streichen. “Verfassungsreform nicht vom Tisch“"Allerdings ist die Verfassungsreform nicht vom Tisch", warnen Pinzger und Peterlini. "Die Diskussion wird im Verfassungsausschuss fortgesetzt". Peterlini hat bereits eine Reihe von Abänderungsanträgen vorgelegt, die auch die Unterschrift von seinen Kollegen Thaler und Pinzger sowie von den Kollegen Fosson (Aosta), Molinari (Trentiner) und Saro (Friaul Julisch Venetien) tragen. Anhörung der Präsidenten der autonomen Regionen und ProvinzenZur Verfassungsreform fand im Senat auch eine Anhörung der Präsidenten der Autonomen Regionen und Provinzen statt. Daran teilgenommen haben der Präsident der Region Aosta, Augusto Rollandin, der Präsident der Region Friaul Venetien, Renzo Tondo, sowie in Vertretung der Landeshauptleute von Bozen und Trient die Direktorin der Anwaltschaft des Landes, Renate von Guggenberg, und der technische Direktor der Provinz Trient, Fabio Scalet. Dabei erteilte der Präsident des Verfassungsausschusses Carlo Vizzini den Vertretern der autonomen Provinzen von Bozen und Trient wie er selbst betonte „nur ungern“ das Wort mit der Begründung, dass er zu dieser Anhörung nicht die Bediensteten des Landes sondern die Präsidenten eingeladen habe. Wenn das Parlament die Vertreter einer Region oder einer Autonomen Provinz einlade, werde in erster Linie der Präsident oder sonst mindestens in seiner Vertretung ein Mitglied der Landesregierung erwartet, sagte Vizzini vor dem Verfassungsausschuss des Senates. Renate von Guggenberg und Senator Peterlini unterstrichen den internationalen Charakter der Südtiroler Autonomie, die durch die Streitbeilegung vor den Vereinten Nationen im Jahr 1992 international fest verankert sei und somit nicht einseitig abgeändert werden könne.