Montag, 21. September 2020

Regionalwahlen in Italien: Mitte-Links stoppt Lega in der Toskana

Bei den Regionalwahlen in Italien am Sonntag und Montag ist der Mitte-Rechts-Allianz mit der Lega der erhoffte Volltreffer in allen sieben beteiligten Regionen nicht gelungen. Die in Rom regierenden Sozialdemokraten (PD) verhinderten den Durchbruch der Lega in der linken Hochburg Toskana. Hier behauptete sich laut vorläufigen Ergebnissen der Mitte-links-Kandidat Eugenio Giani gegen die Lega-Kandidatin Susanna Ceccardi.

Rechtes Bündnis scheint dagegen mindestens drei von sieben Regionen gewonnen zu haben. - Foto: © stol
Lega-Chef und Ex-Innenminister Matteo Salvini hatte sich stark für die Europaabgeordnete Ceccardi in der Hoffnung engagiert, die seit 50 Jahren von Mitte-links-Kräften regierte Toskana zu erobern. Salvini kann sich aber mit der Region Marken trösten, wo die Sozialdemokraten den vorläufigen Ergebnissen zufolge das Zepter an den Mitte-rechts-Kandidaten Francesco Acquaroli abgeben müssen.

Der populäre Lega-Spitzenkandidat und Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, kann mit 74 Prozent der Stimmen einen klaren Sieg für seine dritte Amtszeit in Folge einfahren. Zaia, ein Vertrauensmann Salvinis, hatte mit effizientem Management während der Coronavirus-Epidemie an Popularität gewonnen. Auch in Ligurien schaffte der zum Mitte-Rechts-Lager gehörende Präsident Giovanni Toti die Wiederwahl. In der norditalienischen Region Aostatal lag den Zahlen zufolge ein Bündnis unter Führung der Lega vorne.

In Kampanien bahnt sich ein klarer Sieg des amtierenden Präsidenten der Region, Vincenzo De Luca, einem Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten an. Auch in der süditalienischen Region Apulien steht der scheidende PD-Präsident Michele Emiliano vor der Wiederwahl.
Gewählt wurde am Sonntag und Montag auch in fast 1.200 Gemeinden. Sieben Millionen Italiener waren zu den Kommunalwahlen aufgerufen. Gewählt wurde in Venedig, wo der amtierende Mitte-Rechts-Bürgermeister, Luigi Brugnaro, laut Exitpolls die Wiederwahl schaffen sollte.

Gleichzeitig waren die Bürger in ganz Italien aufgerufen, über eine Reform zur Verkleinerung des Parlaments abzustimmen, bei der die Sitze in der Abgeordnetenkammer von 630 auf 400 und im Senat von 315 auf 200 reduziert werden sollen. 69 Prozent der Teilnehmer des Referendums sagten „Ja“ zur Reform.

apa/stol

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