Donnerstag, 24. Oktober 2019

Regionalwahlen in Umbrien: Erster Wahltest für Regierung Conte

Zwei Monate nach dem Amtsantritt der neuen italienischen Regierung steht ihr am kommenden Wochenende ein wichtiger Stimmungstest bevor. Rund 700.000 Personen sind am Sonntag zu Regionalwahlen in der mittelitalienischen Region Umbrien aufgerufen. Gewählt werden der Präsident der Region sowie die 20 Mitglieder des Regionalparlaments.

Giuseppe Conte hofft auf ein gutes Ergebnis.
Giuseppe Conte hofft auf ein gutes Ergebnis. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI

Acht Kandidaten und 19 Wahllisten bewerben sich um die Führung der mittelitalienischen Region. Gewählt wird nach dem Proporzsystem mit einer Sperrklausel von 2,5 Prozent. Der Wahlsieger erhält mindestens 12 der 20 Sitze im Regionalparlament. Die seit Anfang September gemeinsam regierenden Koalitionsparteien, Sozialdemokraten (PD – Demokratische Partei) und Fünf-Sterne-Bewegung, unterstützen die Kandidatur des Unternehmers und Präsidenten des Hotelierverbands Federalberghi, Vincenzo Bianconi.

Die Lega-Senatorin und Rechtsanwältin Donatella Tesei, auf die sich die Rechtsparteien Lega, Forza Italia und Fratelli d'Italia geeinigt haben, hat laut Umfragen gute Chancen gegen Bianconi. Das Bündnis hofft, in der Region Umbrien das Ruder an sich zu reißen. Umbrien wird seit Anfang der 1970er Jahre von Mitte-Links-Parteien regiert. Lega-Chef Matteo Salvini hat sich im Wahlkampf aktiv für die 61-jährige Tesei eingesetzt und ist dafür seit Wochen durch die Region getourt.

Der Lega-Chef, gestärkt durch den Erfolg der Großdemo der Mitte-Rechts-Parteien gegen die zweite Regierung von Giuseppe Conte am vergangenen Samstag in Rom, hofft auf weitere Erfolge der Rechten bei den Regionalwahlen. Die rechtspopulistische Lega hatte sich in den vergangenen Monaten bei allen Regionalwahlen behauptet. Die Wahl in Umbrien ist der erste Stimmungstest für Salvini, seitdem der Rechtspopulist die Regierungskoalition seiner Lega mit der Fünf-Sterne-Bewegung im Sommer gesprengt hat, um Neuwahlen zu erzwingen. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung machte ihm mit ihrem fliegenden Wechsel zu den Sozialdemokraten aber einen Strich durch die Rechnung.

apa