Freitag, 10. April 2015

"Religionsunterricht an den Schulen ist zu fördern"

"Wir dürfen uns nicht aus falsch verstandener Toleranz und stillschweigender Gleichgültigkeit an unsere eigenen Wurzeln sägen", so die Landtagsabgeordneten Tamara Oberhofer und Andreas Pöder unisono. Sie schlugen am Donnerstag daher Maßnahmen zur Aufwertung und Förderung des Religionsunterrichts an Südtirols Schulen vor.

Den Religionsunterricht fördern und ausbauen fordern die Landtagsabgeordneten.
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Den Religionsunterricht fördern und ausbauen fordern die Landtagsabgeordneten. - Foto: © D

Der Religionsunterricht gehöre zu Südtirol und seinem Schulsystem, genauso wie der Geschichte- und Erdkundeunterricht, so die Landtagsabgeordneten, die am Donnerstag gemeinsam einen Beschlussantrag vorstellten. 

Der Religionsunterricht solle nicht zum geduldeten Anhängsel im Schulsystem sein, auf das man gegebenenfalls auch verzichten kann, sondern nach Möglichkeit sogar ausgebaut werden, heißt es in dem Antrag.

Dieser habe unter anderem auch zum Ziel, die Zahl der Befreiungen zu reduzieren und die Versetzungsrelevanz des Religionsunterrichts nach Möglichkeit einzuführen und zu stärken. "Wir wollen mit unserem Antrag eine weitere Reduzierung der Jahresstundenanzahl des Religionsunterrichts verhindern und den Religionsunterricht aufwerten um ihm wieder den Stellenwert zurückzugeben, der ihm in einer Wertegesellschaft eigentlich zusteht", so die Landtagsabgeordneten zweier Parteien, die sich so unmittelbar vor den Wahlen in überraschender Einigkeit zeigen. 

 

Die Landtagsabgeordneten Andreas Pöder und Tamara Oberhofer bei der Präsentation.

Die Abgeordneten sehen sich durch die Tatsache bestätigt, dass die Abmeldungen vom Religionsunterricht in den Südtiroler Grund- und Mittelschulen mit jedem Jahr ansteigen (STOL hat berichtet).

Zweitsprachenunterricht nicht vorziehen

Letzthin sei zudem immer wieder die Forderung laut geworden, den Religionsunterricht zugunsten des Zweitsprachenunterrichts zu reduzieren.

"Natürlich ist für die Entwicklung eines jungen Menschen, hin zu einem reifen Mitglied der Gesellschaft, sowohl das Erlernen und Kennenlernen von unterschiedlichen Sprachen, als auch die Vermittlung von Werten - darunter fallen auch die religiösen Werte - wichtig", so Pöder und Oberhammer. Allerdings dürften über 2.000 Stunden an Zweitsprachenunterricht während des Pflichtschulunterrichts, bei entsprechendem Lehrprogramm und bei entsprechendem Einsatz der Lehrer und Schülern in Unterstützung verschiedenster Zusatzangebote ausreichen, um die Zweitsprache mehr als ausreichend zu erlernen. 

stol

stol